Um dieses AIP-Online-Notizbuch gut zu verstehen, solltest du zuerst hier die Seite „AIP im Praxistest“ lesen. Die AIP Erfahrungsberichte der vorangegangenen Wochen findest du hier:

 

Woche 1Woche 2, Woche 3, Woche 4, Woche 5, Woche 6.

 

Die Reise geht weiter und nicht alle Tage sind sonnig. Es scheint als würde ich die Signale meines Körpers immer besser wahrnehmen und verstehen. Lange Zeit hab ich geglaubt, gar keine Symptome zu haben.

Mittlerweile fallen mir eine Reihe von Körperreaktionen auf und möglicherweise hatte ich in dieser Woche sogar einen Autoimmun-Schub. Ich war unglaublich müde und emotional ziemlich aufgewühlt, einfach super sensibel.

Ich hatte das Gefühl, es geht einen Schritt vor und zwei zurück. Das sind natürlich nicht die Veränderungen, die man erwartet, wenn man sich auf den Weg zur Remission begibt. So habe ich mich im Web auf die Suche nach Erfahrungsberichten gemacht und bin schließlich bei einem Beitrag von Eileen Laird gelandet, der mir wirklich geholfen hat.

Ich bin so froh nicht die Erste in der Auseinandersetzung mit einer Autoimmunerkrankung zu sein und das es Menschen wie Eileen gibt, die ihre Erfahrungen teilen. So habe ich meine positive Grundeinstellung in den Berichten über die zahlreichen Auf und Ab´s von Eileen und weiteren AIP Bloggern wiedergefunden. 😀

Aus diesem Grunde habe auch ich mich dazu entschlossen, meine Erfahrungen und Erlebnisse mit Hashimoto und dem Autoimmunprotokoll öffentlich zu teilen. Vielleicht werden eines Tages meine Berichte Jemandem Mut und Kraft geben.

ERNÄHRUNG

 

Wie gesagt, in den vergangenen Tagen ging es mir nicht so gut. Ich hatte häufiger Bauchschmerzen und Übelkeit. Dazu kommt noch ein unregelmäßig auftretender Schwindel, der sich aber schnell wieder legt.

Meine Ernährung hat sich nicht verändert. Vorerst werde ich aber auf die mittäglichen Restaurantbesuche verzichten und damit die letzten noch bestehenden Unsicherheitsfaktoren aus meiner Nahrung verbannen. Nur indem ich alle meine Mahlzeiten selbst vor- und zubereite kann ich sicherstellen, was ich zu mir nehme.

Was mich in dieser Woche auch beschäftigt hat war die Frage, ob ich mich von einigen Nahrungsmitteln nun für den Rest meines Lebens werde verabschieden müssen. Damit verbunden habe ich etwas mehr Sehnsucht nach kleinen,  emotional verknüpften Dingen verspürt.

So habe ich beispielsweise einen Cappuccino am Sonntag, zusammen mit Freunden oder meiner Familie, unglaublich vermisst. Auch Milchprodukte erscheinen mir momentan extrem attraktiv.

Insgesamt denke ich schon viel darüber nach, für welche Produkte ich mich zuerst entscheiden werde, sobald ich die Eliminierungsphase des AIPs abschließen kann und in die Wiedereinführungsphase übergehe.

Im Augenblick denke ich dabei an Eigelb. Zum Einen habe ich tatsächlich einen relativ großen Appetit auf Eier, zum Anderen habe ich bei Sarah Ballantyne einen Artikel gefunden, der Eigelb als eine gute Wahl für die Einführungsphase benennt. Damit fühle ich mich ganz gut bestätigt.

 

Meine tägliche Ernährung im AIP kannst du in Bildern auch auf Instagram mitverfolgen!

 

BEWEGUNG

 

Leider haben es die Umstände nicht zugelassen, mehr als ein vollständiges Workout in dieser Woche zu machen. Glücklicherweise habe ich mir schon vor einer ganzen Weile angewöhnt, neben den vielen täglichen Treppen und Fußwegen auch Mini-Workouts durchzuführen.

Konkret bedeutet das, dass ich auch einfach mal nur 5 Minuten lang eine Muskelpartie trainiere. Mit dem eigenen Körper kann man super viel machen, ganz ohne Geräte und Gewichte. Kreativität ist hier gefragt und ein Personal Trainer im Haus erleichtert da einiges. 🙂

FREIZEIT, FREUNDE & FAMILIE

 

Der bewegendste Moment in den vergangenen Tagen war ein Gespräch zwischen René und unserer sechsjährigen Tochter. Generell sprechen wir in unserer Familie sehr viel miteinander und über alles. Dabei versuchen wir unserer Tochter jedes Problem und jedes Phänomen auf dieser Welt möglichst kindgerecht zu erklären.

So verwundert es nicht, dass unsere Kleine fast selbstverständlich von Hashimoto und dem AIP spricht. Sie interessiert sich sehr für alles und möchte auch gerne zur Lösung des Problems beitragen.

In dem Gespräch zwischen Vater und Tochter ging es um die Frage, woher ich diese Krankheit eigentlich habe. René hat mit seinem naturwissenschaftlichen Grundverständnis schon sehr viel Vorarbeit in Hinsicht auf biologische Themen geleistet. Damit verstehen sich die beiden inzwischen schon recht gut.

„Jede deiner Zellen, die wie Legosteine deinen Körper aufbauen, trägt im Inneren einen Kern, in dem Informationen wie in einem Buchtext abgelegt sind. Dieser Text kommt zur einen Hälfte vom Vater, zur anderen von der Mutter. In diesem Text stehen alle Aufgaben, welche die Zelle zu erledigen hat. Das ist ähnlich wie ein sehr langes Arbeitsblatt in der Schule. Manchmal gibt es in diesem Text auch Fehler und es können Dinge schief gehen. In den Zellkernen deiner Mom steht leider auch ein Text für die Hashimoto-Erkrankung. Damit wurde sie geboren.“

Nach einem kurzen Augenblick fragte unsere Kleine »Steht dieser Text auch in meinen Zellen?«.

In meiner Familie finden sich über Generationen hinweg eine ganze Reihe von Autoimmunerkrankungen. Die erbliche Komponente ist da ganz unumstritten. Entsprechend machen wir uns natürlich auch viele Gedanken um unser Kind.

Nicht zuletzt aus diesem Grunde binden wir unsere Tochter schon heute in unsere Nachforschungen und den daraus resultierenden Lifestyle ein. Wir selbst haben viel zu spät damit begonnen die Hintergründe meiner Hashimoto-Erkrankung zu hinterfragen.

Diesen Fehler werden wir bei unserem Kind nicht wiederholen. Wir sind froh, dass unsere Tochter schon in so jungen Jahren die richtigen Fragen stellt.

Wir finden es erschreckend, wie viele Betroffene weltweit nicht wissen, dass sie an einer Autoimmunerkrankung leiden. Gründe dafür sind häufig Fehldiagnosen und mangelnde Aufklärung.

Das immer mehr Menschen ihre Erfahrungen teilen ist ungemein wertvoll. Damit ist man schlecht ausgebildeten oder unmotivierten Medizinern nicht mehr vollkommen hilflos ausgeliefert.

Seit 20 Jahren weiß ich nun schon von meinem Hashimoto. Nicht ein einziger Arzt hat sich je für die Ursachen dieser Autoimmunerkrankung interessiert. Keiner meiner Ärzte hat mich je darüber aufgeklärt, dass meine Krankheit auch mit den täglichen Medikamenten weiter voranschreitet.

Auch das stetig wachsende wissenschaftliche Verständnis der Zusammenhänge zwischen Ernährung, Darmgesundheit und Autoimmunerkrankungen ist noch bei keinem meiner behandelnden Ärzte angekommen.

Das ist die traurige Realität!

STRESSMANAGEMENT

 

In den Momenten, in denen man sich körperlich und mental nicht so gut fühlt, ist man für Stress natürlich besonders anfällig. Ich habe es aber mit Mini-Auszeiten ganz gut geschafft, mich immer wieder zu entstressen.

SCHLAF & REGENERATION

 

Der Wunsch nach mehr Schlaf war in jedem Falle vorhanden. Leider habe ich dem nicht nachgeben können.

Es setzt sich aber die Erkenntnis bei mir durch, dass ich mich mehr um mich und meine persönlichen Bedürfnisse kümmern muss. Nur wenn meine Energiespeicher aufgefüllt sind und ich mich gesund und stark fühle werde ich in der Lage sein, mich gut um diejenigen zu kümmern, die mir lieb und wichtig sind.

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