AIP Erfahrungsbericht Woche 8

AIP Erfahrungsbericht Woche 8: Vor acht Wochen habe ich begonnen, mich nach dem Autoimmunprotokoll (AIP) zu ernähren. Meine Erwartungen nach mehr als 20 Jahren schleichend steigender Medikamenteneinnahme waren verhalten optimistisch.

Verlustängste in Bezug auf bestimmte Lebensmittel und die damit verbundene Lebensqualität mischten sich mit Hoffnung auf ein Leben ohne Hormoneinnahmen und bleierne Müdigkeit.

Acht Wochen sind wie im Fluge vergangen. Meine Ängste haben sich nicht bestätigt. Stattdessen habe ich viele Dinge neu für mich entdeckt und lieben gelernt.

Kochen ist jetzt fast ein Hobby und gesundes Essen eher Leidenschaft als Quälerei. Allein dafür wäre es den Aufwand schon wert gewesen!

Noch viel großartiger aber ist, dass ich in nun tatsächlich das erste Mal in meinem Leben meine Hormondosis reduzieren konnte!

In meinem letzten Newsletter habe ich schon ein wenig darüber geschrieben. Hier ist aber etwas mehr Raum dafür und ich möchte doch noch einiges ergänzen.

Natürlich bin ich jetzt noch motivierter und vielleicht noch ein wenig optimistischer gestimmt. Das AIP wird für mich in den nächsten Wochen noch leichter zu leben sein. Das ist ein wirklich gutes Gefühl! 😀

Das letzte Gespräch mit meinem derzeit noch behandelnden Arzt hätte ich mir allerdings vor allem interessierter, aber auch etwas vertrauensvoller und professioneller gewünscht.

Ich möchte keinem Arzt vorwerfen, dass er nicht ausreichend ausgebildet und informiert ist. Als ich in der vergangenen Woche zur Konsultation kam, stieß ich jedoch auf sehr viel Unverständnis und Desinteresse.

Wie ich aus vielen Berichten im Internet weiß, bin ich mit dieser Situation bei weitem kein Einzelfall. Das stimmt mich aber schon sehr nachdenklich, traurig und auch wütend!

Vorbereitet und doch allein gelassen

Während ich mich auf das Gespräch sehr intensiv vorbereitet hatte, wusste mein Arzt gar nicht worum es in meinem Fall ging. Ich hatte die relevanten Ergebnisse meiner Bluttests der vergangenen Jahre mit den aktuellen Befunden bereits analysiert und aufgearbeitet. Er wollte dagegen alle Testergebnisse einfach ignorieren und drängte darauf, sich nicht so stark auf Laborwerte zu konzentrieren.

Stattdessen fragte er mich nach meinem Wohlbefinden.

Auch meine Erklärungen zur Ernährungsumstellung mit dem Autoimmunprotokoll brachten mir nur ein Stirnrunzeln ein. Eine der wenigen Nachfragen lautete: „Wie, sie essen kein Getreide mehr? Auch kein Brot?“

Ich hatte das neue Buch von Izabella Wentz „Hashimoto´s Protocol“ dabei. Im Verlauf des Gespräches sah ich mich immer mehr in der Verteidigung meines Wunsches nach Behandlung meiner Autoimmunreaktion.  Ich will nicht länger akzeptieren, dass nur meine daraus resultierende Schilddrüsenunterfunktion betrachtet wird.

So zog ich dieses Buch hervor. Ich verwies auf die Vielzahl der heute publizierten Veröffentlichungen und die zunehmenden Berichte von Erfolgsgeschichten. Während ich meinem Arzt das Buch hinstreckte, warf er nicht einmal einen Blick darauf.

Das eigentliche Problem

Das ist es, was ich Ärzten vorwerfen würde: Desinteresse. Ich wünsche mir einen Arzt mit Leidenschaft und einem Grundbedürfnis, im Sinne der Patienten dazu zulernen.

In meinen Augen ist es nicht hinnehmbar, dass mit minimaler Diagnostik in wenigen Minuten eine Diagnose gestellt wird und dann lebenslang Hormone verschrieben werden. Denn für mich bedeutet das im Zweifelsfall, eines Tages ohne eine funktionierende Schilddrüse leben zu müssen und vollständig von Medikamenten abhängig zu sein.

Meinem Wunsch nach regelmäßiger Kontrolle der Autoantikörper wurde nur mit Hinweis auf die Kosten begegnet. Meine aktuellen Blutwerte sprechen aber eine eindeutige Sprache, zumindest wenn man bereit ist, mit Laborwerten zu arbeiten.

Sollte ich einmal durchrechnen was meine Krankenkasse sparen würde, wenn ich den Rest meines Lebens auf die Einnahme von Hormonen verzichten könnte? Von den zu erwartenden Folgeerkrankungen möchte ich gar nicht erst anfangen. Wie heißt es, durchschnittlich alle 10 Jahre kommt eine weitere Autoimmunerkrankung dazu?

Zurück zu den guten Aspekten dieses Gespräches.

Mein Arzt kam nicht umhin festzustellen, dass meine Hormondosis, belegt durch die veränderten Werte, mittlerweile offenbar zu hoch ist. Sie wurde nun vorsichtig um 10 Prozent reduziert. In vier Wochen werde ich ein neues Blutbild machen lassen.

Leider kann man in Deutschland die Analyse der Schilddrüsenwerte nicht ohne einen Arzt veranlassen. Tatsächlich wurde mir eine Untersuchung der Autoantikörper (AAk) jetzt verweigert. Ich finde das unglaublich!

Nach acht Wochen AIP habe ich meine Medikamente um 10 Prozent reduzieren können und müssen. Mein Arzt schlägt die nächste Kontrolle der AAk in 6 Monaten vor.

Kennt jemand einen Schilddrüsenarzt in Berlin, der da kooperativer ist?

Update: Inzwischen habe ich zum Glück eine sehr kooperative Ärztin an meiner Seite, mit der ich auf Augenhöhe in den Austausch gehen kann. Aber es war kein leichter Weg hierher.

In jedem Fall bin ich voller Erwartungen und Neugier auf das, was da nun auf mich vielleicht noch zukommen mag. 🙂

ERNÄHRUNG

In den vergangenen Wochen habe ich mich auf drei Mahlzeiten am Tag konzentriert und brauchte auch nicht mehr. Leider hatte ich jetzt aber einige Tage, an denen ich Sodbrennen entwickelt habe.

Ich führe das darauf zurück, dass ich doch einige Male eine recht hohe Fettmenge aufgenommen habe. Entsprechend habe ich jetzt die Portionsgrößen verringert und zwei zusätzliche Snacks eingeführt. Damit geht es mir jetzt wieder wesentlich besser.

Zusätzlich versuche ich meine Leber weiter zu entlasten, indem ich nun morgens erst einmal ein warmes Zitronenwasser auf nüchternen Magen trinke.

Verstärkt nutze ich jetzt auch frische Kurkuma. Ich bereite mir damit Teeaufgüsse zu und gebe es vielen warmen Gerichten hinzu, da es sehr entzündungshemmend und antioxidativ wirken soll.

Rezepte zum Autoimmunprotokoll findest du hier.

BEWEGUNG

An zusätzliche Sporteinheiten ist nach wie vor nicht zu denken. Aber ich bin weiterhin aktiv: Fußwege, Treppen und ein Fitnesstraining pro Woche.

FREIZEIT, FREUNDE & FAMILIE

Ausschlafen und ein langes entspanntes Familienfrühstück am Wochenende sind weiterhin meine Favoriten und Highlights.

STRESSMANAGEMENT

Das Handling mit dem AIP wird routinierter und ich plane auch bewußter vor. So ist der Start in den Arbeitstag grundsätzlich entspannter für mich.

SCHLAF & REGENERATION

Tatsächlich gelingt es mir nun immer öfter, etwas früher in die Nachtruhe zu gehen. Der Faktor Schlaf ist in Hinsicht auf Regeneration und Heilung ja nicht zu unterschätzen. Da zählt eine halbe Stunde mehr oder weniger schon.

Wenn dir meine Erfahrungsberichte gefallen und weiterhelfen, dann teile sie gerne mit Menschen, die auch davon profitieren können!

N E W S L E T T E R

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Über die Autorin Sabrina Bergmann

20 Jahre lebte ich mit Hashimoto, bevor ich verstand, dass meine Schilddrüse trotz Medikamenten immer weiter an Funktion verliert, solange der autoimmune Prozess dahinter nicht deutlich vermindert wird. Brain Fog, chronische Erschöpfung, das Gefühl, von meinem eigenen Körper im Stich gelassen zu werden – das war meine Normalität.

2017 kam der Wendepunkt: Ich entdeckte das Paleo Autoimmunprotokoll und nahm meine Gesundheit in die eigenen Hände. Heute geht es mir besser denn je.

Auf Hashimoto & Co. teile ich meine Erfahrungen und das Wissen, das ich mir über Jahre angeeignet habe – als Mentorin für Menschen mit Autoimmunerkrankungen, die bereit sind, die Ursachen hinter autoimmunen Prozessen zu verstehen und ihre Vitalität zurückzugewinnen.


Dieser Wochenbericht dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine medizinische, therapeutische oder ernährungstherapeutische Beratung dar. Es ersetzt nicht die Konsultation eines Arztes oder Heilpraktikers. Individuelle Ergebnisse können variieren. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an dein Behandlungsteam.