AIP bei Autoimmunerkrankungen, was die Forschung zeigt

Du hast schon viel über das Autoimmunprotokoll gelesen, aber wirkt es überhaupt, oder ist es nur ein weiterer Trend? Diese Frage ist berechtigt. In diesem Beitrag schaue ich mir an, was die AIP Studien bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen zeigen und wo ihre Grenzen liegen. Lesezeit: 8 Minuten

AIP Studien, ein ehrlicher Blick auf die Belege

Was bisher erforscht ist

Fangen wir mit einer guten Nachricht an. Das AIP ist längst nicht mehr nur eine Idee aus Erfahrungsberichten. Es wird inzwischen in klinischen Studien untersucht, und zwar bei mehreren Autoimmunerkrankungen. Genau das unterscheidet es aus meiner Sicht von Ansätzen, die sich allein auf persönliche Erfahrungen stützen.

Gleichzeitig ist das Forschungsfeld aber noch jung. Es gibt bisher keine großen Langzeitstudien, sondern mehrere kleinere Untersuchungen. Ich zeige dir jetzt, was sie gefunden haben und ich sage dir am Ende auch, wie belastbar das schon ist.

Erkenntnis 1: Das AIP ist mehr als ein Erfahrungsbericht.

Es wird inzwischen in klinischen Studien bei mehreren Autoimmunerkrankungen untersucht. Das Forschungsfeld ist noch jung, aber es gibt bereits mehrere veröffentlichte Studien, die in eine ähnliche Richtung zeigen.

Was die Studien bei den einzelnen Erkrankungen zeigen

Hashimoto

Bei Hashimoto gibt es eine oft zitierte Pilotstudie. In einer Untersuchung aus dem Jahr 2019 begleiteten Forschende 17 Frauen mit Hashimoto über zehn Wochen. Die Ergebnisse waren deutlich.

Die Symptomlast wurde mit einem standardisierten Fragebogen erfasst. Sie sank von rund 92 auf etwa 29 Punkte. Das ist ein Rückgang um rund 68 Prozent. Auch die Energie verbesserte sich stark. Auf der Vitalitätsskala stieg der Wert im Mittel von 23 auf 58 von 100.

Ergänzend zur Lebensqualität verbesserte sich ein wichtiger Laborwert. Der Entzündungsmarker hs-CRP ging im Schnitt um fast 30 Prozent zurück. Das zeigt, dass der Rückgang der Entzündung im Körper sowohl spürbar als auch biologisch messbar war.

Die Schilddrüsenwerte und die Antikörper veränderten sich aber nicht wesentlich. Das AIP wirkte hier vor allem auf die Beschwerden, das Wohlbefinden und die Entzündung. Die Höhe der Antikörper sagt also nicht automatisch voraus, wie stark deine Beschwerden sind.

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Besonders aufschlussreich ist eine kleine klinische Untersuchung bei Menschen mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Aus ihr sind mehrere wissenschaftliche Arbeiten hervorgegangen. Eine beschäftigte sich mit der Krankheitsaktivität, eine weitere mit der Lebensqualität.

Diese Untersuchung ist aus einem bestimmten Grund so interessant. In der Hashimoto-Studie wurde vor allem mit Fragebögen und Blutwerten gearbeitet. Hier haben die Forschenden zusätzlich direkt in den Darm geschaut.

Die 15 Teilnehmenden hatten zu Beginn ein aktives Krankheitsgeschehen mit nachgewiesener Entzündung. Viele nahmen bereits Medikamente. Nach sechs Wochen befanden sich 11 der 15 in Remission, gemessen an den verwendeten klinischen Skalen. Das sind fast drei Viertel. Dieser Zustand blieb bis zum Ende der Untersuchung bestehen.

Ein Wort zur Einordnung, weil dieser Begriff so oft fällt. Remission bedeutet nicht Heilung. Die Erkrankung ist weiterhin da, die Krankheitsaktivität ist aber so weit zurückgegangen, dass sie nach den verwendeten Maßstäben nicht mehr als aktiv gilt.

Bei sieben Teilnehmenden wurde am Ende noch einmal eine Darmspiegelung durchgeführt. Auch dort zeigten sich bei mehreren sichtbare Verbesserungen der Entzündung. Weil hier direkt das betroffene Gewebe untersucht wurde, ist die Studienlage bei den Darmerkrankungen besonders aussagekräftig.

Wichtig dabei, das AIP wurde hier begleitend zur medizinischen Behandlung eingesetzt, nicht anstelle. Gerade bei Morbus Crohn mit Verengungen im Darm gehört die ärztliche Rücksprache unbedingt dazu, bevor du deine Ernährung umstellst.

Rheumatoide Arthritis

Bei Rheumatoider Arthritis finde ich die Entwicklung besonders spannend. Zunächst setzten neun Erwachsene das AIP acht Wochen lang um. Schon währenddessen besserten sich bei den meisten die selbst berichteten Krankheitszeichen.

Dann taten die Forschenden etwas, das für den Alltag fast noch wichtiger ist. Sie kehrten ein Jahr später zu denselben Menschen zurück. Zu diesem Zeitpunkt gab es kein betreutes Programm mehr, keine Struktur und keine Begleitung. Die Frage war, was im echten Leben davon übrig geblieben ist.

Alle wurden erneut befragt. Die große Mehrheit – sechs von ihnen – berichtete, dass ihre Beschwerden über das Jahr stabil geblieben oder besser waren als vor dem AIP. Zwei bemerkten keine Verbesserung. Einige beschrieben die Zeit rückblickend sogar als eine Art Neustart.

Die meisten hatten Lebensmittel wieder eingeführt und beobachtet, was ihnen bekommt. Daraus wurde bei vielen eine individuellere und flexiblere Ernährung. Viele beschrieben sie ein Jahr später als gesünder als vorher, ohne dauerhaft streng in der Eliminationsphase zu leben. Das passt zu einem Gedanken, der mir wichtig ist: Verzicht ist nicht das Ziel. Das Ziel ist herauszufinden, was dein Körper braucht und was du gut verträgst.

Erkenntnis 2: Der Nutzen zeigt sich über mehrere Erkrankungen hinweg.

In den Studien zu Hashimoto, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Rheumatoider Arthritis besserten sich Beschwerden und Lebensqualität. Bei Hashimoto sank zusätzlich ein Entzündungsmarker, bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zeigte sich die Besserung sogar direkt im betroffenen Organ.

Vier Erkrankungen, ein Muster

Wenn wir diese Studien nebeneinanderlegen, zeigt sich ein erstaunlich einheitliches Muster. Über vier verschiedene Autoimmunerkrankungen hinweg gehen die Ergebnisse in dieselbe Richtung. Die Teilnehmenden berichten von weniger Beschwerden und einer besseren Lebensqualität. In mehreren Studien verbesserten sich auch messbare Werte. Für vier so unterschiedliche Erkrankungen ist diese Übereinstimmung ein starkes Signal.

Wie belastbar ist das Ganze?

Die bisherigen Studien sind klein und haben keine Kontrollgruppe. Sie können deshalb noch nicht endgültig beweisen, dass allein das AIP für die Verbesserungen verantwortlich ist. Große Langzeitstudien fehlen bisher.

Das ist aber kein Grund zur Enttäuschung – im Gegenteil. Für eine so junge Ernährungsform sind mehrere unabhängige Arbeiten, die alle positive Trends aufweisen, ein vielversprechender Start. Das Autoimmunprotokoll steht heute wissenschaftlich auf einem ganz anderen Fundament als noch vor wenigen Jahren und die Forschung geht weiter.

Erkenntnis 3: Junges Forschungsfeld, ermutigende Richtung.

Die Studien sind noch klein und große Langzeitstudien fehlen. Dass aber mehrere unabhängige Untersuchungen bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen in dieselbe Richtung zeigen, ist für dieses frühe Stadium ein starkes Zeichen.

Dein nächster Schritt

Zahlen und Studien sind das eine. Deine eigene Erfahrung ist das andere. Wenn dich die bisherigen Ergebnisse neugierig gemacht haben, dann kannst du das AIP selbst kennenlernen.

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Letztlich kommt es nicht darauf an, ob eine einzelne Studie perfekt ist. Am Ende zählt, wie es dir mit deinem Weg geht. Und das findest du nur heraus, wenn du den ersten Schritt gehst.

Häufige Fragen (FAQ) zu den AIP Studien

Warum gibt es zum AIP noch keine großen Studien?

Ernährungsstudien sind schwerer durchzuführen als Medikamentenstudien. Bei einer Tablette kann man einer Vergleichsgruppe ein wirkstofffreies Scheinpräparat geben, ohne dass jemand weiß, wer was bekommt. Bei einer Ernährungsumstellung geht das kaum, denn man merkt natürlich, was man isst. Außerdem steht hinter einer Ernährungsform kein Unternehmen, das große Studien finanziert, wie es bei Medikamenten oft der Fall ist. Zudem ist das AIP ein vergleichsweise junges Feld. Trotzdem gibt es inzwischen mehrere veröffentlichte Studien zu verschiedenen Autoimmunerkrankungen.

Ersetzt das AIP meine ärztliche Behandlung?

Nein. Die vorhandenen Studien zeigen ermutigende Hinweise auf weniger Beschwerden, eine bessere Lebensqualität und teils geringere Entzündungswerte. Sie zeigen aber nicht, dass das AIP eine medizinische Behandlung ersetzt. Deine Medikamente und die Begleitung durch dein Behandlungsteam bleiben wichtig. Das AIP ist als unterstützender Baustein gedacht, der gut dazukommen kann.

Gibt es auch zu anderen Autoimmunerkrankungen AIP-Studien?

Nein. Klinische Studien zum eigentlichen AIP-Protokoll gibt es bisher nur zu Hashimoto, den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und Rheumatoider Arthritis. Zu anderen Autoimmunerkrankungen liegen bislang keine abgeschlossenen AIP-Studien vor, erste weitere Studien sind aber in Vorbereitung. Wichtig ist die Abgrenzung. Allgemeine Ernährungsstudien gibt es auch zu anderen Erkrankungen. Das speziell definierte AIP wurde dort aber bisher nicht untersucht. Die Grundidee ist zwar krankheitsübergreifend gedacht, weil sie an Darmgesundheit und Entzündung ansetzt. Belastbare AIP-Daten liegen aber vor allem für diese drei Bereiche vor.

Über die Autorin Sabrina Bergmann

20 Jahre lebte ich mit Hashimoto, bevor ich verstand, dass meine Schilddrüse trotz Medikamenten immer weiter an Funktion verliert, solange der autoimmune Prozess dahinter nicht deutlich vermindert wird. Brain Fog, chronische Erschöpfung, das Gefühl, von meinem eigenen Körper im Stich gelassen zu werden – das war meine Normalität.

2017 kam der Wendepunkt: Ich entdeckte das Paleo Autoimmunprotokoll und nahm meine Gesundheit in die eigenen Hände. Heute geht es mir besser denn je.

Auf Hashimoto & Co. teile ich meine Erfahrungen und das Wissen, das ich mir über Jahre angeeignet habe – als Mentorin für Menschen mit Autoimmunerkrankungen, die bereit sind, die Ursachen hinter autoimmunen Prozessen zu verstehen und ihre Vitalität zurückzugewinnen.

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Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine medizinische, therapeutische oder ernährungstherapeutische Beratung dar. Es ersetzt nicht die Konsultation eines Arztes oder Heilpraktikers. Individuelle Ergebnisse können variieren. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an dein Behandlungsteam.

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