Irgendwann in der Eliminationsphase kommt vielleicht der Moment, in dem du am liebsten aufhören möchtest. Ob du dann dranbleibst, entscheidet sich oft viel früher, in deiner Vorbereitung zum Autoimmunprotokoll. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du dich praktisch und mental so vorbereitest, dass dir der Start und die Eliminationsphase leichter fallen. Lesezeit: 9 Minuten I Aktualisiert: 03.09.26
Inhaltsverzeichnis anzeigen
- Vorbereitung zum Autoimmunprotokoll, dein Start beginnt vorher
- Mindset und Vision, dein Anker für schwere Tage
- Wer langsam geht, kommt auch ans Ziel
- Die Küche vorbereiten und den Starttermin wählen
- Brauchst du Nahrungsergänzung zum Start?
- Zwei Fehler, die den Start unnötig schwer machen
- Dein nächster Schritt
Vorbereitung zum Autoimmunprotokoll, dein Start beginnt vorher
Mindset und Vision, dein Anker für schwere Tage
Der erste Schritt ist eine Haltung, kein Werkzeug. Beim AIP geht es nicht um Perfektion. Das habe ich damals selbst unterschätzt. Die beste Vorbereitung nützt dir wenig, wenn du dich dabei ständig unter Druck setzt. Sieh diese Wochen nicht als lästige Hausaufgabe, sondern als den Moment, in dem du anfängst, deine Gesundheit aktiv mitzugestalten.
Warum du eine Vision brauchst
Dann brauchst du ein Bild davon, wohin du möchtest. Deine Vision. Sie ist kein netter Zusatz. Sie ist der Anker, zu dem du zurückkehrst, wenn es schwer wird.
Als ich 2017 mit dem AIP angefangen habe, war meine Tochter noch klein. Meine Vision war ganz konkret. Ich wollte genug Energie haben, um am Leben meiner Tochter teilzunehmen, statt erschöpft danebenzuliegen. Dieses Bild hat mich getragen, mehr als jeder gute Vorsatz. Und heute ist es Wirklichkeit geworden, bis hin zu langen Wanderungen, die früher für mich undenkbar waren.
So findest du deine eigene Vision
Frag dich also, bevor du startest, was Gesundheit für dich ganz konkret im Alltag bedeutet. Woran würdest du merken, dass es dir besser geht? Was würdest du wieder tun, was heute vielleicht schwerfällt? Je klarer und fühlbarer dieses Bild ist, desto mehr hilft es dir, wenn die Motivation einmal nachlässt.
Mein Tipp, schreib deine Vision jetzt auf. Noch in der Vorbereitung. In zwei, drei Sätzen. Häng sie dorthin, wo du sie siehst, an den Kühlschrank oder ins Handy. An den leichten Tagen brauchst du sie nicht. An den schweren Tagen ist sie dein Anker.
Wenn du dann in die Elimination startest, können sich die ersten Tage ungewohnt anfühlen. Routinen und Mahlzeiten verändern sich auf einmal. Wenn nicht sofort alles leichtfällt, ist das kein Scheitern. Du gewöhnst dich gerade an viele Veränderungen gleichzeitig.
Mach dir ein konkretes, fühlbares Bild davon, wie dein Alltag aussieht, wenn es dir besser geht. Schreib es auf und häng es sichtbar auf. An den leichten Tagen brauchst du es nicht, an den schweren trägt es dich.
Wer langsam geht, kommt auch ans Ziel
Du musst deine Ernährung nicht von heute auf morgen komplett umstellen. Wenn du bisher eine klassische deutsche Küche gewohnt bist, fällt dir ein schrittweiser Weg oft leichter. Du kannst zuerst mehr naturbelassene, wenig verarbeitete Lebensmittel in deinen Alltag holen und dich von dort ans AIP herantasten.
Bei mir war der Übergang vergleichsweise einfach. Ich hatte mich schon Jahre vorher überwiegend von unverarbeiteten Lebensmitteln ernährt. Das ist aber kein Muss. Ob du direkt startest oder den sanften Weg über eine natürliche Ernährung wählst, hängt von deiner Motivation und deinem Leidensdruck ab. Beides führt ans Ziel.
Die Küche vorbereiten und den Starttermin wählen
Weiter geht es in der Küche. Mein wichtigster Rat, mach es dir so leicht wie möglich.
Rezepte, Meal Prep und Bezugsquellen
Konzentrier dich am Anfang auf drei, maximal vier Rezepte. Nicht mehr. Such dir AIP-konforme Rezepte, die zu dir passen, und probiere sie möglichst schon vor dem Start einmal aus.
Bei uns wurde Meal Prep großgeschrieben. Ich habe am Wochenende größere Mengen vorbereitet und portionsweise eingefroren. Gemüse hatte ich immer reichlich im Tiefkühler. So musste ich unter der Woche nicht jeden Tag lange in der Küche stehen. Solche Reserven helfen dir an stressigen Tagen enorm.
Kümmere dich außerdem vorab um deine Bezugsquellen, einen Biomarkt in der Nähe, einen Hofladen oder verlässliche Online-Quellen. Und mach deinen ersten Einkauf, bevor du startest. Dann musst du nicht mitten in der ersten Woche noch suchen, wo du bestimmte Lebensmittel bekommst. Praktisch ist dafür mein kostenloser AIP Nahrungsmittel Guide, den viele sich einfach in die Küche hängen.
Den richtigen Starttermin wählen
Und noch etwas, such dir einen Starttermin, der zu deinem Leben passt. Wenn nächste Woche der Familienurlaub beginnt oder beruflich alles Kopf steht, musst du nicht ausgerechnet dann anfangen. Das AIP soll in deinen Alltag passen, nicht gegen ihn arbeiten. Ein paar ruhigere Tage zum Einstieg machen vieles leichter.
Ein paar verlässliche Rezepte, etwas Meal Prep und ein Starttermin, der zu deinem Leben passt, nehmen viel Druck heraus. Du musst nicht perfekt vorbereitet sein, nur gut genug, um leicht anzufangen.
Brauchst du Nahrungsergänzung zum Start?
Vielleicht entlastet dich das, du musst nicht mit einem ganzen Schrank teurer Präparate starten. Das Fundament ist immer echtes, nährstoffreiches Essen. Das kommt zuerst.
Gleichzeitig bin ich eine Verfechterin einer guten Nährstoffversorgung. Bei chronischen Erkrankungen kann der Bedarf an einzelnen Nährstoffen erhöht sein. Und wenn die Aufnahme im Darm beeinträchtigt ist, kann weniger davon im Körper ankommen. Deshalb finde ich es sinnvoll, die eigene Versorgung nicht einfach zu erraten.
Ob bei dir ein Mangel besteht und ob eine Ergänzung sinnvoll ist, klärst du am besten über passende Blutwerte und gemeinsam mit deinem Behandlungsteam. Für den Start ist eine ganze Sammlung an Präparaten jedenfalls keine Voraussetzung. Gezielt eingesetzt können sie sinnvoll sein, die Grundlage bleibt aber deine Ernährung.
Ein ehrlicher Gedanke noch zu den Laborwerten. Mir ging es damals vor allem um bessere Werte, gerade um meine Antikörper. Die haben sich am Ende nicht so verändert, wie ich gehofft hatte. Viel entscheidender war aber, die Entzündung zur Ruhe zu bringen und wieder Energie zu haben. Ein einzelner Laborwert entscheidet eben nicht darüber, wie gut es dir im Alltag geht.
Zwei Fehler, die den Start unnötig schwer machen
Zum Schluss zwei Dinge, die ich am Anfang immer wieder sehe. Beiden kannst du schon in der Vorbereitung vorbeugen.
Fehler 1, insgesamt zu wenig essen
Wenn plötzlich viele gewohnte Lebensmittel wegfallen, bestehen deine Mahlzeiten schnell aus viel Gemüse. Sie liefern dann aber zu wenig Energie und Eiweiß. Die Folge, du bist ständig hungrig, und das ganze AIP fühlt sich unnötig anstrengend an.
Achte deshalb darauf, dass deine Mahlzeiten dich wirklich satt machen. Für viele heißt das, zu jeder Hauptmahlzeit eine gute Eiweißquelle einzuplanen. Und Fett und sättigende Kohlenhydrate nicht aus Angst wegzulassen.
Fehler 2, zu schnell zu viel Gemüse
Die meisten Menschen essen im Alltag eher wenig Gemüse. Wenn du im AIP plötzlich viel mehr isst, kann dein Verdauungssystem mit der ungewohnten Menge an Ballaststoffen zu kämpfen haben.
Mein Tipp, steigere deine Gemüsemenge schon in der Vorbereitung langsam. Schritt für Schritt. So gibst du deiner Verdauung Zeit, sich umzugewöhnen, und reduzierst das Risiko für Blähungen.
Plane zu jeder Hauptmahlzeit genug Eiweiß und Fett ein, damit du nicht ständig hungrig bist. Und gewöhne deinen Darm schon vor dem Start Schritt für Schritt an mehr Gemüse, das beugt Verdauungsbeschwerden vor.
Dein nächster Schritt
Wenn du dir aus diesem Beitrag eine Sache mitnimmst, dann diese: bereite dich vor, praktisch und mental. Mach dir klar, wie dein Alltag aussehen soll, wenn es dir besser geht. Dieses Bild gibt dir Orientierung, wenn der Weg zwischendurch anstrengend wird. Du musst nicht perfekt vorbereitet sein. Aber du kannst dir den Start so leicht machen, wie es für dich möglich ist.
So wird aus dem AIP nicht einfach eine Diät, die du irgendwie durchhalten musst, sondern eine bewusste Entscheidung, auf die du dich gut vorbereitet hast.
Du möchtest anfangen?
Hol dir meinen kostenlosen AIP Nahrungsmittel Guide. Er zeigt dir übersichtlich, welche Lebensmittel in der Eliminationsphase zur Verfügung stehen. Viele hängen ihn sich einfach in die Küche.
Kostenlosen Guide holen →Du möchtest diesen Weg nicht allein gehen, sondern mit Struktur und persönlicher Unterstützung durch die Vorbereitung und die Eliminationsphase? Dann lass uns gemeinsam starten.
So begleite ich dich beim AIP →Und falls dich vor allem der Gedanke an den Verzicht noch zögern lässt, dann ist mein Beitrag Warum das AIP kein reines Verzichtsprotokoll ist die passende Ergänzung.
Häufige Fragen (FAQ) zur Vorbereitung auf das AIP
Das ist individuell und hängt davon ab, wie viel du umstellen möchtest. Oft reichen ein bis zwei Wochen, um Rezepte, Bezugsquellen und den Kopf zu sortieren. Wichtig ist nicht, möglichst lange vorzubereiten, sondern dir den Start leichter zu machen. Wenn du dich bereit fühlst, darfst du loslegen.
Ein Muss ist es nicht. Es kann aber hilfreich sein, deine Ausgangswerte und deine Nährstoffversorgung zu kennen. So siehst du später Veränderungen besser und kannst gemeinsam mit deinem Behandlungsteam entscheiden, ob eine gezielte Nahrungsergänzung sinnvoll ist.
Der Moment, in dem du am liebsten aufhören möchtest, gehört oft dazu und ist kein Scheitern. Genau dafür ist eine klare Vision so wertvoll. Kehr an schweren Tagen zu deinem aufgeschriebenen Bild zurück. Und denk daran, du brauchst keinen perfekten Weg, sondern nur den nächsten kleinen Schritt.
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine medizinische, therapeutische oder ernährungstherapeutische Beratung dar. Es ersetzt nicht die Konsultation eines Arztes oder Heilpraktikers. Individuelle Ergebnisse können variieren. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an dein Behandlungsteam.
Hallo!
Eure Website lautet Hashimoto und Co.
Mir ist nicht klar, welche Krankheiten mit Co. gemeint sind.
Ganz konkret interessiert mich, ob Eure vorgestellten Rezepte für ALLE Autoimmunkrankheiten geeignet sind oder speziell für Hashimoto und artverwandte Erkrankungen entwickelt wurden.
Viele Dank
Das Paleo-Autoimmunprotokoll (AIP) findet bei allen Autoimmunerkrankungen Anwendung, da es sich der Elimination auslösender Faktoren widmet, welche allen diesen Krankheiten gleichermaßen zugrunde liegen.
Hi. Ich stehe jetzt genau an diesem Punkt. Clean-Eating , wenig bis gar kein Getreide , low-carb ist meine Ernährung seit fast einem Jahr. Ich habe auch den Hashi seit zig Jahren und viele diffuse Wehwehchen. Einige ständig , manche wiederkehrend. Auch mein Hausarzt erkennt keine Zusammenhänge. Auf einen Termin beim Endokrinologe warte,ich seit 3/17 ohne nennenswerten Fixtermin.
AIP ist jetzt auch mein Weg. Ich habe nur ein Problem, dass ich einen Reflux habe, den ich z.Zt. mit PPIs in Zaum halte. Da will ich aber so schnell wie möglich runter.
Hier mein Frage zu Räucherlachs, Ölsardinen etc, die ich überhaupt nicht essen kann, ohne dass die Sodbrennen-Feuerflamme mit quält.
Gibt es da Alternativen? Und für mich wäre es wichtig, wie deine Makroverteilung aussieht ? Ich bin 1,57 cm und wiege ca 52 kg. Da brauche ich ja nicht unbedingt abnehmen.
Es wäre supe, wenn du mir da mal ein paar kleine Tipps geben könntest.
Ganz lieben Dank. Claudia
Liebe Claudia,
in Bezug auf deinen Reflux sollte medizinisch abgeklärt werden, ob wirklich eine Magensäureüberproduktion vorliegt. Autoimmunerkrankte mit Reflux haben häufig einen Magensäuremangel, der sich symptomatisch wie eine Überproduktion auswirken kann. Gegebenenfalls müsste die Behandlung dann komplett umgestellt werden. Protonenpumpenhemmer wären in einem solchen Fall beispielsweise kontraindiziert. Sollte sich ein Verdacht auf Magensäuremangel bei dir bestätigen, solltest du nach entsprechender Behandlung auch wieder eiweißhaltige Lebensmittel wie Fisch gut verdauen können.
Die Makronährstoffverteilung im AIP kann man sehr unterschiedlich gestalten. Bei deinen Körperdaten scheint eine Gewichtsreduktion tatsächlich nicht angebracht zu sein. Das AIP ist aber auch nicht zur Gewichtsreduktion gedacht, wenngleich durchaus dazu geeignet. Meine persönlichen Erfahrungen haben mich zu einer Verteilung von etwa 50 Prozent Fett und je 25 Prozent Kohlenhydrate und Eiweiß bewogen. Damit geht es mir sehr gut.
Ich wünsche dir eine gute Gesundheit!
Sabrina