Meine Vorbereitung zum Autoimmunprotokoll

Kann ich durch Nahrungsumstellung meine Hashimoto-Symptome beeinflussen? In diesem Beitrag erfährst du, wie meine Vorbereitung zum Autoimmunprotokoll ausgesehen hat.

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Für meine Vorbereitung zum Autoimmunprotokoll habe ich mir Zeit gelassen

Am 11.03.2017 war es soweit. Ich habe mit der Eliminationsphase meines AIP-Selbstversuches gestartet. Doch wie habe ich mich darauf vorbereitet?

Am Anfang stand natürlich die grundlegende Recherche zum Thema Autoimmunprotokoll (AIP). Meine Zusammenfassung dazu kannst du im Beitrag Was ist das Autoimmunprotokoll (AIP)? nachlesen.

Um jederzeit einen Blick auf die AIP-konformen Nahrungsmittel werfen zu können, habe ich mir den Hashimoto & Co. Nahrungsmittelguide in meiner Küche aufgehängt. Das ist sehr praktisch und hilfreich. Du kannst den Guide hier kostenlos aufrufen und abspeichern oder ausdrucken.

Blickt man das erste Mal auf die Liste der erlaubten Lebensmittel, dann kann man schnell zu dem Eindruck gelangen da wäre nicht mehr all zu viel zum Essen übrig. In der Praxis wird man dann aber doch recht erfinderisch und es wird eigentlich nicht langweilig.

Für mich war der Übergang in das AIP vergleichsweise einfach. Das liegt daran, dass ich mich schon seit mehreren Jahren nach dem »Clean Eating Prinzip« ernährt habe. Das heißt, in meiner Familie essen wir nahezu ausschließlich unverarbeitete Lebensmittel, abgesehen von seltenen Ausnahmen und festlichen Anlässen. Wir haben uns bewusst für eine natürliche Ernährung entschieden und sind über die Jahre unmerklich immer mehr auf diesen Pfad eingeschwenkt. Als aktive Sportler haben wir außerdem ein gutes Gespür dafür entwickelt, was unser Körper gerade braucht.

Wer langsam geht kommt auch ans Ziel

Wenn du darüber nachdenkst, ob du einen AIP-Versuch starten solltest und bisher eine „typisch deutsche Küche“ gewohnt bist, dann fällt es dir wahrscheinlich wesentlich leichter, zunächst auf einen Clean-Eating-Ernährungsstil umzustellen. Natürlich kannst du deine Ernährung von einem Tag auf den anderen radikal ändern, musst es aber nicht. Das hängt ganz von deiner Motivation, deinem Leidensdruck und deiner Willenskraft ab.

Mein Tipp: Mit einer Ernährungsumstellung vom deutschen Standard auf Primal und dann weiter zur Paleo-Ernährung kommst du ganz sanft zum AIP.

Anfang 2017 habe ich jegliche Getreideprodukte von meinem Speisezettel gestrichen. Erstaunlicherweise fiel mir dieser Schritt überhaupt nicht schwer. Das habe ich so nicht erwartet, ist aber sehr willkommen. Damit war ich also schon im Clean-Eating-Low-Carb-Modus.

Erst seit dem Start des AIP verzichte ich nun auch vollkommen auf Milchprodukte. Die fehlen mir hin und wieder schon, lassen sich aber zum Teil durch Kokosprodukte ganz gut ersetzen.

Ein Blutlabor ist eine hilfreiche Komponente der Vorbereitung zum Autoimmunprotokoll

Um die mögliche Veränderung meiner Hashimoto-spezifischen Blutwerte zu dokumentieren, habe ich vor dem AIP-Start noch einmal alle relevanten Werte über ein Blutbild bestimmen lassen. Damit ist der aktuelle Status festgehalten.

In den vergangenen Jahren habe ich diese Werte alle sechs Monate messen lassen und war mit der darauf basierenden Hormondosierung dann auch relativ gut eingestellt. Allerdings wird bei der Hashimoto-Erkrankung, wie bei allen Autoimmunerkrankungen, körpereigenes Gewebe angegriffen und zerstört. Meine Schilddrüse verliert also stetig gesundes Gewebe. Das heißt, über kurz oder lang wird erwartungsgemäß die Dosis meines Medikaments erhöht werden müssen, um der damit einhergehenden und weiter voranschreitenden Schilddrüsenunterfunktion entgegenzuwirken.

Durch das AIP erhoffe ich mir eine Verlängerung des Status Quo, besser noch eine Verbesserung meiner Entzündungsparameter. Die Frage lautet also: Lässt sich die Zahl der Antikörper durch die Eliminierung potentiell problematischer Lebensmittel senken? Und wenn ja, wird meine Schilddrüse in der Lage sein, verloren gegangenes Gewebe wieder aufzubauen? Um diese Fragen zu beantworten, werde ich alle 6 Wochen neue Blutbilder anfertigen lassen.

Mein Mineralstoffprofil vor dem Start des Autoimmunprotokoll (AIP).
Das ist mein aktuelles Mineralstoffprofil vor dem Start des Autoimmunprotokoll. Ob die Werte sich mit dem AIP wohl verbessern werden?

In den gleichen Intervallen werde ich zusätzlich Mineralstoffanalysen im Vollblut machen lassen. Hier interessiert mich vor allen Dingen die Frage ob eventuell vorhandene Mineralstoffdefizite durch die nährstoffdichtere Ernährung nach dem Autoimmunprotokoll ausgeglichen werden können.

Nachtrag vom 07.08.2017

Als ich mit dem AIP angefangen habe, wusste ich noch nicht von der Existenz des Zonulintests auf das Leaky Gut Syndrom. Diese gehört für mich nun ganz klar in die Vorbereitung auf das Autoimmunprotokoll. Mehr Informationen dazu findest du hier: Zonulintest.

AIP-Praxistest Notizbuch

Während der gesamten Durchführung des AIP schreibe ich ein öffentliches AIP-Praxistest Notizbuch. Darin berichte ich wöchentlich über meine subjektiven Wahrnehmungen, über mögliche Probleme und die Fragen der täglichen Umsetzbarkeit.

Es geht also um Themen wie Hungergefühle, Schlafqualität, Belastbarkeit im Alltag, körperlich Reaktionen, Sport und Freizeit oder um konkret messbare Werte wie Körperdaten.

Ich bin fest entschlossen, das Autoimmunprotokoll für 90 Tage umzusetzen. So möchte ich meinem Körper genug Zeit für einen Reboot geben.

Die praktische Küchenvorbereitung

Rückblickend war neben der theoretischen Recherche und den Blutbildern auch die praktische Vorbereitung in der Küche entscheidend für meinen erfolgreichen AIP-Start:

Rezepte sammeln und testen: Ich habe mich intensiv mit AIP-konformen Rezepten beschäftigt und einige bereits vor dem offiziellen Start ausprobiert. Besonders wichtig war für mich das Erlernen der Knochenbrühe-Herstellung – sie wurde später zu einem Grundpfeiler meiner AIP-Ernährung. 

Meal Prep planen: Ich habe Strategien entwickelt, wie ich Mahlzeiten für die Woche vorbereiten kann, ohne täglich stundenlang in der Küche zu stehen. Batch-Cooking am Wochenende und das Einfrieren von Portionen erwiesen sich als sehr hilfreich. 

Bezugsquellen recherchieren: Ich habe verlässliche Quellen für hochwertige, biologisch erzeugte Lebensmittel gesucht – von Fleisch aus artgerechter Haltung über Innereien bis hin zu frischem Gemüse und Obst. In Berlin hatte ich den Vorteil mehrerer Bio-Märkte, aber auch Online-Bezugsquellen wurden wichtig. Diese praktischen Vorbereitungen haben mir den Einstieg erheblich erleichtert.

Update vom 24.02.2026 

Fast ein Jahrzehnt später blicke ich auf diese Anfänge zurück und stelle fest: Viele der Rezepte, die ich damals in meiner Vorbereitungsphase getestet habe, sind auch heute noch fester Bestandteil unserer Nutrivore Ernährung. Es geht nicht nur um Verzicht, sondern darum, dem Körper die maximale Fülle an Nährstoffen zu schenken.

Ein kleiner Schwenker zum Mindset: Was ich damals unterschätzt habe, heute aber weiß: Die beste Vorbereitung nützt nichts, wenn man sich selbst unter Druck setzt. Sieh die Vorbereitung nicht als lästige Hausaufgabe, sondern als den Moment, in dem du beginnst, die Verantwortung für dein Wohlbefinden zu übernehmen. Mit dieser inneren Haltung wird die praktische Umsetzung in der Küche wesentlich leichter.

Mein Fazit: Dein Weg zurück zur Vitalität

Nach 20 Jahren mit Hashimoto weiß ich genau, wie es sich anfühlt, wenn der Körper scheinbar gegen einen arbeitet. Aber ich möchte dir Mut machen: Du bist deinem Körper nicht hilflos ausgeliefert. Die Vorbereitung auf das AIP ist kein bloßes „Weglassen“ von Lebensmitteln – es ist ein Investment in deine eigene Gesundheit.

Nimm dir die Zeit, die du brauchst. Ob du direkt loslegst oder den sanften Weg über Clean Eating wählst, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass du anfängst, die Ursachen hinter deinen Entzündungsprozessen zu verstehen. Mit einer guten Vorbereitung im Rücken – von den Blutwerten bis zur praktischen Organisation in der Küche – legst du das Fundament, um deine Symptome positiv zu beeinflussen und deine Energie zurückzugewinnen. Das fand ich schon immer unglaublich beflügelnd. Jeder Körper reagiert individuell, aber den ersten Schritt zu machen, ist oft der wichtigste. Ich wünsche dir auf deiner AIP-Reise nur das Beste!

Über die Autorin Sabrina Bergmann

20 Jahre lebte ich mit Hashimoto, bevor ich verstand, dass meine Schilddrüse trotz Medikamenten immer weiter an Funktion verliert, solange der autoimmune Prozess dahinter nicht deutlich vermindert wird. Brain Fog, chronische Erschöpfung, das Gefühl, von meinem eigenen Körper im Stich gelassen zu werden – das war meine Normalität.

2017 kam der Wendepunkt: Ich entdeckte das Paleo Autoimmunprotokoll und nahm meine Gesundheit in die eigenen Hände. Heute geht es mir besser denn je.

Auf Hashimoto & Co. teile ich meine Erfahrungen und das Wissen, das ich mir über Jahre angeeignet habe – als Mentorin für Menschen mit Autoimmunerkrankungen, die bereit sind, die Ursachen hinter autoimmunen Prozessen zu verstehen und ihre Vitalität zurückzugewinnen.

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Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine medizinische, therapeutische oder ernährungstherapeutische Beratung dar. Es ersetzt nicht die Konsultation eines Arztes oder Heilpraktikers. Individuelle Ergebnisse können variieren. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an dein Behandlungsteam.

4 thoughts on “Meine Vorbereitung zum Autoimmunprotokoll”

  1. Hallo!

    Eure Website lautet Hashimoto und Co.
    Mir ist nicht klar, welche Krankheiten mit Co. gemeint sind.
    Ganz konkret interessiert mich, ob Eure vorgestellten Rezepte für ALLE Autoimmunkrankheiten geeignet sind oder speziell für Hashimoto und artverwandte Erkrankungen entwickelt wurden.

    Viele Dank

    1. Das Paleo-Autoimmunprotokoll (AIP) findet bei allen Autoimmunerkrankungen Anwendung, da es sich der Elimination auslösender Faktoren widmet, welche allen diesen Krankheiten gleichermaßen zugrunde liegen.

  2. Hi. Ich stehe jetzt genau an diesem Punkt. Clean-Eating , wenig bis gar kein Getreide , low-carb ist meine Ernährung seit fast einem Jahr. Ich habe auch den Hashi seit zig Jahren und viele diffuse Wehwehchen. Einige ständig , manche wiederkehrend. Auch mein Hausarzt erkennt keine Zusammenhänge. Auf einen Termin beim Endokrinologe warte,ich seit 3/17 ohne nennenswerten Fixtermin.

    AIP ist jetzt auch mein Weg. Ich habe nur ein Problem, dass ich einen Reflux habe, den ich z.Zt. mit PPIs in Zaum halte. Da will ich aber so schnell wie möglich runter.
    Hier mein Frage zu Räucherlachs, Ölsardinen etc, die ich überhaupt nicht essen kann, ohne dass die Sodbrennen-Feuerflamme mit quält.
    Gibt es da Alternativen? Und für mich wäre es wichtig, wie deine Makroverteilung aussieht ? Ich bin 1,57 cm und wiege ca 52 kg. Da brauche ich ja nicht unbedingt abnehmen.
    Es wäre supe, wenn du mir da mal ein paar kleine Tipps geben könntest.
    Ganz lieben Dank. Claudia

    1. Liebe Claudia,
      in Bezug auf deinen Reflux sollte medizinisch abgeklärt werden, ob wirklich eine Magensäureüberproduktion vorliegt. Autoimmunerkrankte mit Reflux haben häufig einen Magensäuremangel, der sich symptomatisch wie eine Überproduktion auswirken kann. Gegebenenfalls müsste die Behandlung dann komplett umgestellt werden. Protonenpumpenhemmer wären in einem solchen Fall beispielsweise kontraindiziert. Sollte sich ein Verdacht auf Magensäuremangel bei dir bestätigen, solltest du nach entsprechender Behandlung auch wieder eiweißhaltige Lebensmittel wie Fisch gut verdauen können.

      Die Makronährstoffverteilung im AIP kann man sehr unterschiedlich gestalten. Bei deinen Körperdaten scheint eine Gewichtsreduktion tatsächlich nicht angebracht zu sein. Das AIP ist aber auch nicht zur Gewichtsreduktion gedacht, wenngleich durchaus dazu geeignet. Meine persönlichen Erfahrungen haben mich zu einer Verteilung von etwa 50 Prozent Fett und je 25 Prozent Kohlenhydrate und Eiweiß bewogen. Damit geht es mir sehr gut.

      Ich wünsche dir eine gute Gesundheit!
      Sabrina

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