Essen ist nicht nur Nahrung, es hat auch wichtige soziale, kulturelle und psychische Aspekte. Darum stellen wir die Frage: Macht Essen mit dem Autoimmunprotokoll noch Spaß?
Ein gemeinsames Essen in Gesellschaft von Freunden oder der Familie ist stets ein Fest. Wir fühlen uns gut und zelebrieren das Leben. Essen ist auch Belohnung für gelöste Aufgaben oder harte Zeiten. Essen tröstet oder löst Glücksgefühle aus. In vielen Fällen produziert es einfach ein wohliges Gefühl.
Aber in manchen Fällen macht uns unser Essen leider auch krank. Aus dieser Tatsache heraus ist die AIP-Küche entstanden.
Jeder, der sich dazu entschließt das Autoimmunprotokoll (AIP) durchzuführen, ist sich darüber im Klaren, dass es mit der AIP-Küche vorübergehende Einschränkungen gibt. Wir sprechen von einer Ausschlussdiät. Das Wort sagt eigentlich alles.
In einigen Fällen erleben Autoimmunerkrankte schon nach wenigen Wochen im AIP eine deutliche Verbesserung ihrer individuellen Krankheitssymptome. Das ist der Hauptgewinn! Andere leben dagegen über Jahre mit dem AIP und machen nur sehr langsam Fortschritte.
Im Voraus weis man nicht, wie es einem selbst ergehen wird. Das kann Zweifel säen und Fragen aufwerfen. »Kann ich eine so streng vorgegebene Diät einhalten?«, »Wie groß sind die Einschränkungen?«, »Wird die AIP-Küche nicht schnell langweilig?« oder »Kann man beim Autoimmunprotokoll noch von Lebensqualität sprechen?«. Hier ist meine Antwort:
Die AIP-Küche ist alles andere als langweilig
Nein – die AIP-Küche ist gar nicht langweilig. Ja – auch wenn du dich nach dem Autoimmunprotokoll ernährst, kannst du noch jede Menge Spaß beim Essen haben! Die Lebensqualität muss nicht zwingend leiden.
Zugegeben, die Spontanität beim Essen leidet deutlich. Aber kennt das nicht jeder Gesundheitsbewußte oder Sportler? Man wählt eben genau aus, was man isst und entscheidet sich nicht unbedingt für eine Zuckerschnecke zum Frühstück oder die Pizza beim Mittagstisch. Hin und wieder ergibt man sich den Umständen oder den eigenen Gelüste, ok.
Nicht so im AIP. Hier gibt es keine Kompromisse und keine kleinen Sünden. Nur wer konsequent ist, kann am Ende erfolgreich sein. Das bedeutet, man muss die täglichen Mahlzeiten wesentlich besser planen.

Gut geplant ist halb gewonnen
Das beginnt schon mit dem Einkauf. Ich selbst gehe immer mit einer vorbereiteten Liste einkaufen. So kann ich die Zeit beim Einkauf minimieren und noch wichtiger, ich vergesse nichts. Im AIP muss man vorausschauen.
Wer ein Berufs-, Sozial- und Familienleben hat, wird schnell merken, dass man sich durch Vorkochen viel Stress ersparen kann. Die entsprechenden Zutaten sollte man dann zuhause haben, wenn man die Zeit zum Kochen findet. Auch die Verfügbarkeit einer möglichst große Auswahl aller AIP konformen Nahrungsmittel sorgt dafür, dass es nicht langweilig wird.
Generell braucht es im AIP mehr Zeit für die Vorbereitung des Essens. Gemüse, Fisch und Fleisch zuzubereiten dauert einfach länger als sich schnell ein Brot zu belegen oder einen Joghurt zu essen.
Aber daran gewöhnt man sich schnell und vor allem probiert man zwangsläufig viel mehr aus. Das kann richtig Spaß machen. Mit der neuen Kreativität in der Küche wird es gar nicht so langweilig, wie man es vorab für das Autoimmunprotokoll erwartet.
Wenn du also vor dem Start des AIP stehst, dann habe keine Angst! Du kannst dich in jedem Falle satt essen und wirst noch genügend Variation finden.
Du kannst auch unbeschwert ausgehen, deine Freunde treffen und Spaß haben. Bestelle beispielsweise im Restaurant einfach gegrillten Fisch mit Salat ohne Dressing. Für Zwischendurch bieten sich Obst und Gemüse an, auch unterwegs.
Die Zeit im AIP ist begrenzt
In Momenten, in denen es dir schwer fällt zu verzichten denke daran, die Zeit im AIP ist begrenzt. Ein Leben ohne die Symptome einer Autoimmunerkrankung ist so viel besser als jede Süßigkeit dieser Welt!
Exemplarisch habe ich hier einmal eine Auswahl AIP-freundlicher Mahlzeiten aus meinem täglichen Alltag fotografiert. Noch mehr Inspiration für abwechslungsreiche Mahlzeiten in der AIP-Küche findest du auf hier.



Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine medizinische, therapeutische oder ernährungstherapeutische Beratung dar. Es ersetzt nicht die Konsultation eines Arztes oder Heilpraktikers. Individuelle Ergebnisse können variieren. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an dein Behandlungsteam.
Liebe Sabrina, erst mal vielen Dank für die tolle Seite. Bei Euch sehen die Rezepte immer so wundervoll aus!
Ich bin seit zwei Wochen zugange mit dem AIP. Aber ich muss sagen, dass es schon sehr frustrierend ist. Ich habe jetzt schon x mal versucht AIP Brötchen zu backen. Egal was für ein Backtrienmittel ich nehme, Backpulver oder Hefe, Bio oder nicht Bio, es geht rein gar nichts auf. Es kommen immer Teile raus, die wie Eishockeypucks anmuten. Klar, ich esse sie tapfer, weil es ja sonst nix brotartiges gibt.Aber es ist mehr ein Reinwürgen als ein Geniessen. Und aufgrund der teuren Zutaten kommt so ein Brötchen ja auch nicht billig…. Das zweite Problem ist das Thema Wurst und Schinken. Ich habe den ganzen Bio-Markt durchforstet: Es gibt entweder Wurst mit Nitropökelsalz oder sonstigen Konservativen oder ohne diese Stoffe aber dafür mit Pfeffer. Hab mich jetzt für den Pfeffer entschieden:-(
Mein Frust ist relativ groß. Mir fehlen auch Snacks. Ich greife dann nicht zu Kohlrabisticks etc, wie ich sollte, sondern zu Feigen. Breadsticks sind misslungen.
Liebe Grüße!
Claudia
Liebe Claudia,
hab vielen Dank für deine lobenden Worte! Wir freuen uns sehr darüber.
Deine Erfahrungen mit der Konsistenz AIP-konformer Backwaren sind nicht ungewöhnlich. Auch wir haben eine Weile experimentieren müssen, bis wir gute Ergebnisse erzielen konnten. Heute spielen Brot und Brötchen für uns aber kaum noch eine Rolle. Gelegentlich backen wir mal für ein „klassisches“ Sonntagsfrühstück.
Deine Schilderungen erwecken bei uns den Eindruck, dass du noch zu sehr versuchst, deinen alten Lebensstil mit AIP-konformen Nahrungsmitteln zu kopieren. Damit stehst du nicht allein. Die Paleo-Ernährung und das Autoimmunprotokoll stehen aber für einen grundsätzlich anderen Ernährungsstil. Dazu gehört, sich allmählich von vertrauten Dingen wie dem Brot zu trennen.
Auch wenn du AIP-konform backst, so hast du damit doch immer noch ein extrem kohlenhydratreiches und relativ nährstoffarmes Nahrungsmittel. Benutzt du es so, wie herkömmliches Brot in Deutschland benutzt wird, dann wirst du wahrscheinlich ziemlich viele Kohlenhydrate und wesentlich zu wenig Gemüse, Obst sowie hochwertiges Fleisch und Fisch aufnehmen.
Natürlich ist so eine Nahrungsumstellung nicht einfach, aber sie lohnt sich. Vergleiche es vielleicht mit einem Fernreiseurlaub. Andere Kulturen haben auch ihre ganz eigenen Essgewohnheiten. Im Urlaub läßt man sich ganz selbstverständlich darauf ein. Das geht aber auch zuhause. Alles eine Frage von Organisation und Gewöhnung.
Mit regelmäßigen, kleinen Schritten schaffst du innerhalb kürzester Zeit auch eine große Strecke.
Wenn du nicht für einen abrupten Wechsel gemacht bist, dann gehe es langsam und allmählich an. Diese Reise dauert ein Leben lang! Starte dann das AIP, wenn du dafür bereit bist. Denn auch nach dem AIP wirst du sehr wahrscheinlich nicht zu deinen alten Essgewohnheiten zurückkehren können.
In meiner Anfangsphase habe ich mir regelmäßig Kokos-Erdmandel-Porridiges gemacht (das Rezept findest du auf unserer Rezepte-Seite. Das ist sehr vielseitig in den Gestaltungsmöglichkeiten und schmeckt sehr lecker). Viele AIPler essen morgens aber einfach nur Gemüse mit einer Proteinquelle, z.B Buletten oder Fisch, oder auch Suppen mit Fleischeinlage. Das kann man wunderbar vorbereiten und muss es dann morgens nur noch aufwärmen. Nach wenigen Wochen im AIP war auch ich damit vollkommen glücklich.
Eine weitere Option sind Smoothies. Hier kannst du den Gemüseanteil nach und nach steigern. Auch eine Fettkomponente wie Kokosöl lässt sich hier gut unterarbeiten. Mit mehr Fett und weniger Kophlenhydraten bleibst du lange satt.
In der Eliminierungsphase habe ich auch auf Wurstwaren verzichtet, zum Teil wegen des geringen Angebotes geeigneter Produkte im Handel, aber auch aus genau den von dir genannten Gründen. In der Wiedereinführungsphase habe ich dann tatsächlich zuerst Pfeffer getestet, um wieder ein größeres Angebot aus dem Fleischereihandel nutzen zu können.
Für die Eliminierungsphase ist es wirklich ausschlaggebend für den gesamten Erfolg des Protokolls, dass du für diese kurze Zeit konsequent alle Ausschlüsse beachtest. Damit hat dein Körper die Möglichkeit sich zu regenerieren und du kannst im Anschluss über die Wiedereinführungen feststellen, was für dich persönlich funktioniert und was nicht. Das ist nicht immer leicht, aber hochinteressant und wie ich finde die Mühe auch absolut wert.
In unserem Ratgeber zur Vorbereitung auf das AIP kannst du noch einmal viele hilfreiche Hinweise im Zusammenhang nachlesen. Mehr zum Buch erfährst du hier: https://hashimoto-co.de/autoimmunprotokoll-ratgeber-band-1 .
Ich wünsche dir auf deinem Weg ganz viel Kraft, Erfolg und letztlich eine gute Gesundheit!
Liebe Grüße aus Berlin
Sabrina
Hallo!
Wo finde ich denn das Rezept für den Streuselkuchen. Ich würde diesen gerne ausprobieren. 🙂
Liebe Grüße
Silvia
Hallo Silvia,
du füllst eine kleine Auflaufform mit kleingeschnittenen Äpfeln und Pflaumen und beträufelst sie mit ein wenig Zitronensaft.
Für die Streusel mixt du 80g Erdmandelmehl mit 20g Kokosmehl. Füge nun unter rühren flüssiges Kokosöl hinzu bis sich Streusel bilden.
Diese verteilst du auf dem Obst und gibst das Ganze bei 180°C für 30 – 40 Minuten in den Ofen (kommt darauf an wie braun du deine Streusel magst:)).
Viel Spaß beim Backen und liebe Grüße aus Berlin
Sabrina