Ich mache den Autoimmunprotokoll (AIP) Test! 12 Wochen lang gehe ich in die Eliminationsphase des AIP. Wie schwierig ist das und was bringt es? Hier ist mein Zwischenfazit nach 6 Wochen.
Halbzeit
Wow, die Hälfte ist vorbei! Entsprechend meinem Plan, die Eliminationsphase des Autoimmunprotokolls (AIP) 12 Wochen lang durchzuführen, konnte ich nun Bergfest feiern. Gleichzeitig ist es ein guter Zeitpunkt für ein Zwischenfazit. Wie geht es mir also?
Positive Erfahrungen und Gefühle überwiegen. Mir geht es gut!
Als eine Ernährungsumstellung empfinde ich die Zeit mit dem AIP vordergründig nicht. Auch vor dieser Phase habe ich schon viel Gemüse gegessen. Obst war ebenfalls immer ein wichtiger Bestandteil meiner täglichen Nahrung. Insgesamt esse ich jetzt aber wesentlich mehr Gemüse und weniger Obst.
Vielmehr ist es das Wesen einer Ausschluss-Diät, dass natürlich Änderungen mit sich bringt, an die man sich erst gewöhnen muss. Man muss verzichten. Ganz oben dabei stehen für mich die Spontanität und die Verfügbarkeit von Mahlzeiten.
Fluch und Segen der Großstadt
Heute, nach sechs Wochen mit dem Autoimmunprotokoll, ist mir viel mehr bewußt, welchen Luxus das Leben in einer Metropole und das Arbeiten in dessen Zentrum in Hinsicht auf die Essenversorgung mit sich bringt.
Buchstäblich in jede Himmelsrichtung muss ich nur wenige Schritte machen und sehe mich diversen Restaurants, Bäckern, Coffee-Shops, Fast Food Ketten, Imbissen und Supermärkten gegenüber.
Das ist Fluch und Segen zugleich. Für mich persönlich scheiden die meisten Anbieter jetzt aus, da sie Lebensmittel anbieten, die ich nicht mehr essen kann oder möchte. Auch der Grad der Verarbeitung und die Ungewissheit über Herkunft und Qualität der Zutaten lässt jetzt den größten Teil des Gastronomieangebotes für mich ausscheiden.
Für viele Menschen um mich herum ist es dagegen das Schlemmer-Paradies. Schnelles und günstiges Essen überall. Ob das den Körper aber auch vollwertig versorgt und ihm gut tut? Obendrein locken viele Kalorien mit sehr wenig Aufwand.
Aber glücklicherweise gibt es sie, die Alternativen für mich! Das wäre in einer kleinen Gemeinde oder in ländlicher Gegend sicher anders. In einer einfachen Mittagspause schaffe ich es locker in einen Bio-Supermarkt oder eine Salatbar und werde dabei qualitativ hochwertig satt.
Die Spontanität beim Essen ist also ganz klar eingeschränkt. Auch wenn ich jetzt viel mehr Mahlzeiten plane und aktiv vorbereite, bin ich nicht vollständig darauf angewiesen. Das macht das Leben im AIP angenehmer und entspannter.
Generell denke ich jetzt deutlich mehr über meine Nahrung nach
Ein Essen nebenbei gibt es nicht mehr. Das bewerte ich klar positiv.
Was mein Leben in den letzten Wochen tatsächlich bereichert hat ist die neue Experimentierfreudigkeit in der Küche.
Not macht erfinderisch. Damit das Essen aufgrund der eingeschränkten Auswahl nicht langweilig wird, probieren mein Mann und ich jetzt viel mehr aus.
Das geht schon beim Einkauf los. Alles was AIP-freundlich ist, aber bisher nicht auf unserem Speiseplan war, probieren wir jetzt aus. So haben wir beispielsweise Postelein für uns entdeckt. Noch nie gehört? Das ist ein mild schmeckender Salat. Er ist reich an Vitamin C, enthält viel Magnesium, Calcium und Eisen. Er wird in Deutschland angebaut und ist eigentlich den ganzen Winter hindurch bis ins Frühjahr hinein zu bekommen.
Wir experimentieren viel mehr in der Küche und geben allem eine Chance. Natürlich geht dabei auch einmal etwas schief und es schmeckt nicht immer wie erwartet. Das macht es aber spannend und verhungern tun wir deshalb nicht. 😀
Die Tatsache, dass wir jetzt eine größere Bandbreite an unterschiedlichen Nahrungsmitteln einkaufen, hat obendrein noch den nicht zu unterschätzenden Effekt der breiter gefächerten Nährstoffversorgung. Die Wahrscheinlichkeit einer spezifischen Nährstoffunterversorgung fällt also.
Kann ich meine Hashimoto Thyreoiditis stoppen?
Alles in allem habe ich keine Sorge in Hinblick auf die zweite Halbzeit meines Autoimmunprotokoll-Selbstversuchs. Mit Spannung sehe ich jetzt eher den kommenden Blutuntersuchungen entgegen. Das AIP dient ja einem Zweck.
So beschäftigen mich Fragen wie: Werden sich meine Entzündungsparameter verändern? Kann ich meine Autoimmunerkrankung Hashimoto stoppen?
Wie geht es weiter?
Dieser Zwischenbericht dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine medizinische, therapeutische oder ernährungstherapeutische Beratung dar. Es ersetzt nicht die Konsultation eines Arztes oder Heilpraktikers. Individuelle Ergebnisse können variieren. Bei gesundheitlichen Beschwerden wende dich bitte an dein Behandlungsteam.

Hallo, Sabrina und Rene,
erst einmal möchte ich Euch gratulieren, dazu, dass Ihr so tolle Seiten auf die Beine gestellt habt. Mich beeindruckt auch die Tiefe der Informationen, die das Ganze nicht oberflächlich erscheinen lassen.
Vielen herzlichen Dank!