AIP Erfolgsgeschichten – Kirsten Farr

Unsere AIP Erfolgsgeschichten geben Hoffnung, Mut und Kraft. Sie zeigen dir aber auch den oft langen und steinigen Weg von Betroffenen auf – von den ersten Symptomen bis zur finalen Diagnose und zu einem zielführenden Therapieansatz. So findest du dich vielleicht in einigen Szenarien wieder und kannst aus unseren Berichten lernen. Eine Autoimmunerkrankung musst du nicht einfach hinnehmen und ertragen. Mit dem Autoimmunprotokoll (AIP) kannst du viel für dein Wohlbefinden tun und deine Lebensqualität enorm verbessern. Kirsten hat eine Hashimoto Thyreoiditis, Arthrose und noch einiges mehr. Sie hat ihre Gesundheit in die eigenen Hände genommen und das AIP ausprobiert. Dies ist ihre Erfolgsgeschichte.

Kirsten Farr: Hashimoto, Arthrose und noch einiges mehr

Meine Erkrankungen haben mich nicht plötzlich überfallen. Vielmehr haben sie sich langsam, eine nach der anderen, herangeschlichen und in meinem Körper eingenistet. Es ist etwa 20 Jahre her, dass ich mich in meinem Wohnzimmer plötzlich auf dem Allerwertesten wiederfand. Warum? Ich wollte die Inline-Skates meines Mannes im Haus ausprobieren. Danach tat mir nicht nur das Steißbein weh, sondern auch die Daumensattelgrundgelenke.

Die Symptome wollten sich einfach nicht bessern. Also ging ich zu einem Handchirurgen. Er vertröstete mich mit den Worten, dass nichts gebrochen sei, ich allerdings erste Anzeichen einer Arthrose hätte. Sollten die Schmerzen schließlich zu groß werden, würde ich Schmerzmittel bekommen. In einigen Jahren würde man auch über eine Operation nachdenken müssen, aber noch sei ich zu jung dafür.

Erste Versuche mit basischer Ernährung

Schmerzmittel wollte ich nicht nehmen. Also fing ich an zu recherchieren und stieß auf das Konzept einer basischen Ernährung. Ich verzichtete so gut es ging auf tierische Produkte. Das half meinen Gelenken und die Schmerzen nahmen deutlich ab. Die basische Ernährung kam meinen Vorlieben durchaus entgegen: Vollkornprodukte wie Müsli, Haferbrei, selbstgebackenes Brot oder Grünkernbratlinge waren mein Leben.

Auf unerklärliche Weise nahm ich aber stetig zu, war immer müde und vergaß vieles. Ich war oft lustlos, ohne Antrieb und manchmal auch deprimiert. Morgens nach dem Aufstehen taten mir die Füße so sehr weh, dass ich kaum darauf stehen mochte. Nach einigen Schritten hatte ich mich aber eingelaufen.

Wieder ging ich also zum Arzt und ließ mich durchchecken. Beim dort angeordneten Demenztest musste sich selbst die Sprechstundenhelferin schlapp lachen. Es war keine verfrühte Demenz. Auch ein Zeckenbiss wurde ausgeschlossen. Es war die Schilddrüse. Die Diagnose Hashimoto Thyreoiditis verdanke ich einer Ärztin, die selbst von dieser Erkrankung betroffen ist. Der Therapievorschlag: Die tägliche Einnahme von L–Thyroxin und Selen, mein Leben lang.

Mit der Umstellung von basischer Ernährung auf das Paleo-Konzept kamen die ersten Erfolge

Trotz der verordneten Medikamente ging es mir nicht sonderlich besser. So recherchierte ich weiter und stieß dabei auf das Prinzip der Paleo-Ernährung. Ich las mich durch einige der amerikanischen Bücher zu diesem Thema. Dabei lernte ich vieles über Phytine und Lektine, über Gluten und das Leaky-Gut-Syndrom. Wieder stellte ich meine Ernährung um – auf Paleo. Ich wollte wissen, ob meine Autoimmunerkrankung mit meinen ach so geliebten Vollkornprodukten zusammenhing. Es fiel mir nicht allzu schwer, Hühnerfleisch, Fisch etc. auf meinen Speiseplan zu setzen. Auch der Verzicht auf Industrienahrung zugunsten von Naturprodukten kam mir sehr entgegen. Für mich selbst erstaunlich: Mit dieser Ernährung nahm ich kontinuierlich ab.

Kirsten Farr – AIP Erfolgsgeschichten
Kirsten Farr: »Ich wünschte, dass jeder, der an sogenannten zivilisations- oder altersbedingten Krankheiten leidet, von den Vorteilen einer getreidefreien Ernährung erfahren und sich auch dazu durchringen könnte, sie auszuprobieren.«

Ich wechselte den Hausarzt. Als ich vorsichtig erwähnte, dass ich meine Ernährung umgestellt hatte, sprang er mir fast an die Gurgel: »Was heißt hier Leaky Gut! Werfen Sie doch nicht gleich mit solchen Begriffen um sich. Sie haben doch keine Zöliakie!« Nein, vermutlich nicht, aber allem Anschein nach eine Glutensensitivität.

Ganz nebenbei erzählte mir meine Mutter, dass auch sie seit Jahren L–Thyroxin nehmen würde. Ich bat sie, ihren Arzt mal zu fragen, ob sie Hashimoto hätte, denn das wusste sie nicht. Er bejahte ihre Frage und mir wurde klar, dass ich meine Erkrankung wohl geerbt hatte.

Leider war ich mit der Paleo-Ernährung allein auf Dauer nicht erfolgreich. Langsam stellten sich meine alten Symptome wieder ein. Ich konnte mein Körpergewicht zwar von 85 auf 70 Kilogramm reduzieren, fühlte mich aber nicht mehr fit. Die Knie schmerzten, die Handgelenke ebenso. Ab und zu taten mir auch die großen Zehen weh. Ich war verunsichert und wusste nicht mehr was ich glauben sollte. Am Horizont sah ich schon das Gespenst namens Gicht. Befand ich mich auf dem Holzweg? Zu viel Fleisch soll doch Gicht und Arthrose fördern.

Mit dem Wechsel von Paleo auf eine vegane Ernährung ging es mir kontinuierlich immer schlechter

Erneut fing ich an mich zu belesen und landete bei der veganen Ernährung. Im Prinzip war ich wieder da, wo ich angefangen hatte – viel Gemüse, Obst, kein Fleisch. Gluten, d.h. Weizen, Roggen, Gerste, wollte ich weiterhin meiden. Auf Zucker verzichtete ich nach wie vor fast vollständig. Um an genügend Proteine zu kommen, aß ich Hülsenfrüchte und Tofu. Aus Bohnen und Nüssen backte ich Brownies. Auf der Basis von Buchweizen, Hirse, Quinoa und Hafer kreierte ich sogar ein wirklich gut schmeckendes Sauerteigbrot.

Jetzt sollte es mir doch endlich gut gehen, meinte ich. Doch leider weit gefehlt! Es ging mir kontinuierlich schlechter. So mies hatte ich mich noch nie gefühlt. Ich bin Bauchschläferin und liege meist leicht schräg auf der linken oder rechten Bauchseite. Meine Arme schliefen mir jetzt regelmäßig ein. Beim Versuch nachts meine Schlafposition zu verändern kam ich mir vor, als wäre ich aus zentnerschwerem Stahl und läge in einem feuchten Zementbett. Es war ein Kraftakt sondergleichen, mich da herauszuheben und umzulagern. Morgens kam ich kaum noch aus dem Bett. Die Finger und Füße kribbelten und fühlten sich partiell taub an. Meine Muskeln waren bretthart. Ich hatte ständig Kopf-, Muskel-, Gelenk- und Knochenschmerzen. Hatte ich jetzt auch noch Fibromyalgie? Ich war so müde, dass ich meine Augen kaum offen halten konnte. Mein Gehirn war umnebelt. Da wusste ich, wie sich Brain Fog anfühlte. Was jetzt?

Das Autoimmunprotokoll brachte den ersehnten Durchbruch

Ich nahm mir noch einmal Sarah Ballantyne’s Buch vor und las es von Anfang an durch. OK! Lag es also doch an den Pseudogetreiden, an den Hülsenfrüchten oder am Tofu? Das AIP hatte ich bisher absichtlich ignoriert. Doch jetzt nahm ich es in Angriff, mit Kontinuität und Tagebuchführung. Mein Leidensdruck war einfach zu groß.

Nach nur 1½ Wochen kam ich wieder leicht aus dem Bett, war munter und fühlte mich klar. Endlich musste ich nicht mehr in einem Körper aus Stahl in Beton schlafen. Drei Monate Ernährung nach dem AIP brachten mich auf ein konstantes Gewicht von 67 Kilogramm.

Durch den Verzicht auf Getreide, Leinsamen etc. machte meine Verdauung anfangs schlapp. Seit ich aber täglich einige Gabeln voll selbst fermentiertem Gemüse esse, habe ich damit keinerlei Probleme mehr. Allerdings befürchte ich, dass einige Mineralien zu kurz kommen könnten. Obwohl ich schon Magnesium einnehme, habe ich vermutlich noch immer ein Defizit. Kürzlich hatte ich so starke Muskelkrämpfe im Rücken, dass ich mich kaum bewegen konnte. Daraufhin habe ich etwas mehr Magnesium eingenommen und die Symptome verschwanden innerhalb einer Woche. Demnächst werde ich langsam versuchen, das eine oder andere wieder einzuführen – Kakao und Kürbiskerne wären nicht schlecht. Mal sehen, was mein Körper davon hält.

Autoimmunerkrankungen im Kontext von Vererbung und Lebensstil

Inzwischen habe ich verstanden, dass mein Immunsystem schon in jungen Jahren mit mir kämpfte. Ich brauchte immer sehr viel Schlaf und hatte bereits lange vor meinem Inline-Skater-Sturz mit regelmäßigen Muskelverspannungen und Kopfschmerzen zu kämpfen. Meine Mutter hatte Hashimoto, Arthrose und Herzprobleme. Verstorben ist sie leider an Lungenkrebs. Ihre älteste Schwester leidet an Demenz, die Mittlere an Polyarthritis und die Jüngste an Morbus Basedow – Allesamt Krankheiten, die heute als Autoimmunerkrankungen identifiziert sind. Ihrem Schicksal hoffe ich zu entkommen. Gleiches wünsche ich mir natürlich noch viel früher für meine Kinder, die sich hoffentlich schon jetzt für eine AIP-konforme Ernährung entscheiden werden. Für mich persönlich steht fest: Ich werde definitiv beim AIP bleiben!

Der Verzicht auf Getreide ist nicht schwer

Klassisches Brot aus Getreide vermisse ich übrigens kaum. Auch aus Kochbananen und Maniokmehl lassen sich wunderbare Brote backen. Ich wünschte, dass jeder, der an sogenannten zivilisations- oder altersbedingten Krankheiten leidet, von den Vorteilen einer getreidefreien Ernährung erfahren und sich auch dazu durchringen könnte, sie auszuprobieren.

Autoimmunerkrankungen im Blick von Schulmedizin und Krankenkassen

Von Allgemeinärzten habe ich bisher weder Unterstützung noch eine ordentliche Diagnose erhalten. Dazu müsste ich wohl zu gut geschulten und erfahrenen Ernährungsspezialisten gehen. Doch die gibt es nicht wie Sand am Meer und die Krankenkasse würde nicht für deren Honorar aufkommen. Aber die immens hohen Kosten der Folgeschäden, die Medikamente und die Gerätemedizin, die würden sie bezahlen – Ich vermutlich aber nicht überleben. Ich meine, unser Gesundheitssystem ist definitiv noch verbesserungswürdig.


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