Reisen mit dem Autoimmunprotokoll: Thailand

Fernreisen mit dem Autoimmunprotokoll – Was wir aus unserem Urlaub in Thailand mitgenommen haben

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Körper, Geist und Seele können endlich auftanken. Genügend Schlaf, regelmäßiges und gesundes Essen, viele positive Emotionen – das alles ist von unschätzbarem Wert. Für uns wird ein Urlaub erst so richtig perfekt mit vielen neuen Eindrücken und intensiven Naturerfahrungen. Auf unseren Fernreisen mit dem Autoimmunprotokoll tanken wir viel Kraft und jede Menge Lebensfreude. So können wir uns anschließend wieder voller Tatendrang in neue Projekte stürzen.

In diesem Jahr hat uns die Fertigstellung unseres neuen Buches doch mehr abverlangt als wir erwartet hatten. Erst in letzter Minute haben wir den zweiten Band unseres Autoimmunprotokoll-Praxishandbuchs veröffentlicht. Danach waren wir mehr als urlaubsreif und traten unsere erste Reise nach Thailand an.

Das Cover zu unserem neuen Ratgeber "Autoimmunprotokoll Praxishandbuch Band 2: Die Eliminationsphase"
Das Autoimmunprotokoll Praxishandbuch Band 2: Die Eliminationsphase. Unser Ratgeber ist der ideale Begleiter für die praktische Durchführung der Eliminationsphase des Paleo-Autoimmunprotokolls (AIP). Ein Buch von Betroffenen für Betroffene.

Thailand – Land des Lächelns

Schon beim ersten Verlassen des Flugzeuges in Thailand haben wir Gewissheit endlich wieder in den Tropen zu sein. Wir lieben diese regenschwangere warme Luft und das allgegenwärtige Grün. Die sehr freundlichen Thais bestechen durch ihr Lächeln und ihre Unaufgeregtheit. Überall begegnet man uns extrem zuvorkommend, ohne das es aufgesetzt wirkt.

Auf der zweistündigen Fahrt zum Hotel bekommen wir erste Eindrücke vom Land. Die Menschen leben bescheiden und in tiefer Verbundenheit mit ihrer Religion. Unser Hotel liegt eher abgeschieden an einem sehr langen, menschenleeren Strand. Genau das Richtige für unser Bedürfnis nach Ruhe und Abstand von der hektischen Welt einer Großstadt wie Berlin.

Wie gut eignet sich Thailand für Fernreisen mit dem Autoimmunprotokoll?

Bei aller Freundlichkeit müssen wir sehr schnell feststellen, dass die meisten Thais denen wir begegnen kaum mehr als ein paar Brocken Englisch sprechen, sowohl im Hotel als auch außerhalb. Für unsere Ernährung bedeutet das ein Fischen im Trüben. Wir können entweder auf nahezu alle Speisen verzichten und uns mit Grundnahrungsmitteln über Wasser halten oder einige Risiken eingehen. Wir entscheiden uns für Letzteres.

So machen wir uns zunächst das Küchenteam im Hotel zu Freunden und kochen sogar gemeinsam. Auf diese Weise erhalten wir etwas Einblick in die Rezepturen. Doch die Zutaten der meisten Gerichte bleiben für uns ein Rätsel. Wir selektieren so gut es eben geht, genießen erst einmal das schmackhafte Essen und stellen uns aber auf mögliche Unverträglichkeitsreaktionen ein. Im schlimmsten Fall werden wir durch Probieren und anschließende Reaktionen des Körpers lernen müssen. Doch darauf sind wir bei Fernreisen mit dem Autoimmunprotokoll ohnehin immer vorbereitet.

Sabrina kocht in Thailand
Sabrina kocht thailändisch mit dem Hotelteam.

Bei Fernreisen mit Hotelaufenthalt bemühen wir uns stets um den bestmöglichen Kontakt zur Küchenleitung. Für den Fall zu großer Sprachbarrieren und plötzlicher Unverträglichkeitsreaktionen haben wir in unserer Reiseapotheke immer auch Kohletabletten, Probiotika und Pulver für Elektrolytlösung.

Die regenerierende Wirkung von Social-Media-Verzicht, thailändischer Massage, Bewegung und viel Sonne

Über unsere Website, Instagram und Facebook stellen wir dir viele wertvolle Informationen zum Paleo-Autoimmunprotokoll zur Verfügung. Was du in wenigen Minuten hier lesen kannst bedeutet für uns sehr viel Arbeit. Da sich Urlaub für uns auch als vorübergehende Abwesenheit von beruflichen Verpflichtungen definiert, verzichten wir für diese wertvolle Zeit vollständig auf Social Media. Auf diese Weise können wir wirklich gut entspannen, im Hier und Jetzt leben und das ungefilterte echte Leben genießen. Sehr empfehlenswert!

Auch in Thailand haben wir viel Zeit aktiv und unter freiem Himmel verbracht. Es wird im Allgemeinen vollkommen unterschätzt wie viel Energie man bereits mit leichten Alltagsbewegungen verbraucht. Wir lieben es zum Beispiel weite Strecken am Strand zu spazieren, uns dabei gut zu unterhalten und uns gelegentlich im Meer abzukühlen. Das fühlt sich in keiner Weise nach Sport an, verbrennt aber leicht 1000 Kilokalorien. Für ein gesundes Körpergewicht muss man also nicht zwingend ins Fitnessstudio. Es reicht in Bewegung zu bleiben. So sind etwa beim Schwimmen im Pool nach nur 30 Minuten auch schon wieder einige hundert Kilokalorien verbraucht. Ausgestattet mit einem 120 Meter langen Pool haben wir entsprechend viel Zeit im Wasser verbracht. Darüber hinaus haben wir aber auch das vorhandene Fitnessstudio genutzt und täglich ein kleines aber gezieltes Training gemacht.

In Kombination mit entspannten, gesunden Mahlzeiten und regelmäßigen Massagen war dieser Urlaub fast wie eine Kur für uns. Auch eine natürliche Vitamin-D-Produktion auf Hochtouren wirkt auf uns immer extrem regenerativ. Wir meiden aber konsequent die direkte Sonne zwischen 12 und 15 Uhr, am Äquator auch länger. In dieser Zeit kann man dann wunderbar ins Gym gehen oder einfach mal ein gutes Buch lesen.

Mit diesem Lifestyle geht es uns wunderbar und oft kehren wir von unseren Reisen nicht nur erholt sondern auch mit mehr Muskelmasse, weniger Körperfett und einer guten Fitness zurück.

Auf Tuchfühlung mit Thailands sanften Riesen

Inmitten der Natur fühlen wir uns zuhause. Wir lieben Regenwälder und Korallenriffe. Beides konnten wir auf dieser Reise zwar nicht genießen, dennoch haben wir einen beeindruckenden Vertreter der thailändischen Tierwelt fest in unser Herz geschlossen.

Elefanten sind seit der Antike ein integraler Bestandteil der thailändischen Kultur und bis heute von großer spiritueller Bedeutung im Buddhismus und Hinduismus. Wir haben ein Dorf in Thailand besucht, in dem mehrere Kwan Chang’s (Thai für “Mahout” oder “Elefantenführer”) mit ihren Familien und zusammen mit ihren Elefanten leben.

Sabrina mit Elefanten-Dame Duong-Jai
Sabrina mit Elefanten-Dame Duong-Jai im Phang Nga Elephant Park, Thailand.

Wir durften die beiden Elefantendamen Duong-Jai – auf Deutsch Herz – und Preuksa – auf Deutsch Flora – kennenlernen. Die beiden haben uns sehr beeindruckt und spätestens nach dem gemeinsamen Herumtollen im Wasser waren wir verzaubert. Diese Tiere sind hoch intelligent. Trotz ihrer gewaltigen Größe sind sie sehr sanft mit uns umgegangen. Wir haben uns mit biologisch angebauten Bananen und Ananas revanchiert und konnten uns mit intensiver Hautpflege für die unvergesslichen Stunden bedanken.

Die wilden Elefanten Thailands sind bedroht. Das war uns auch schon zuvor bewusst. Wie überall auf der Welt schrumpfen die natürlichen Rückzugsgebiete wilder Tiere. Die großen Arten haben es dabei besonders schwer. Duong-Jai und Preuksa haben als Botschafter ihrer Spezies eine weitere emotionale Brücke zwischen uns und der Natur geschlagen. Die Begegnung mit diesen sanften Riesen hat uns einmal mehr vor Augen geführt, was für die Welt und uns bei der zunehmenden Umweltzerstörung auf dem Spiel steht.

Unweigerlich fragen wir uns, was wir persönlich für mehr Artenschutz und eine gesunde Umwelt tun können. Eine der unmittelbarsten Möglichkeiten für jeden von uns ist die Unterstützung einer regenerativen Landwirtschaft und des ökologischen Landbaus. Mit dem Verzehr von Bio-Nahrungsmitteln können wir alle nicht nur etwas Gutes für die eigene Gesundheit sondern auch für die Umwelt tun.

Nicht alle Fernreisen mit dem Autoimmunprotokoll verlaufen ohne gesundheitliche Folgen

Unverträglichkeitsreaktionen können sehr unmittelbar oder zeitlich verzögert eintreten. Die Menge und Häufigkeit spielen beim Verzehr von auslösenden Nahrungsmitteln eine große Rolle. Auch bei Sabrina dauerte es einige Tage bis sich infolge ihrer kulinarischen Experimente erste Reaktionen einstellten. Es traten Symptome wie Unwohlsein, Magenschmerzen, Übelkeit und Verdauungsprobleme auf. Auch ein leichter Brain Fog setzte wieder ein. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Sabrina heute viel deutlicher wahrnehmen kann wenn sich Symptome einstellen, weil sie den Zustand der Symptomfreiheit kennt. Das wird ganz besonders deutlich beim Thema Brain Fog. Dieses Gefühl der verschleierten Wahrnehmung wird erst für denjenigen deutlich, der auch die ungetrübte Wahrnehmung kennt. Daher wissen viele Betroffene gar nichts von ihrer Einschränkung, bis sich der Schleier endlich legt.

Als erste Maßnahmen gegen die aufgetretenen Symptome nahm Sabrina die mitgebrachten Kohletabletten und Probiotika ein. Kulinarische Experimente gab es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr. Mit einer Rückkehr zu frischem Obst, Gemüse und etwas Fisch ließen die akuten Symptome aber schnell nach. Zurück in Deutschland ging Sabrina dann sofort in eine Phase der Elimination und das Wohlbefinden kehrte augenblicklich zurück.

Eine vorübergehende Rückkehr für ein bis vier Wochen in die Eliminationsphase des Autoimmunprotokolls kann unter verschiedenen Bedingungen sinnvoll sein. Neben unserem Beispiel ungewollter Kontaminationen auf Reisen zählen dazu auch Phasen hoher Stressbelastung, Krankheit und natürlich autoimmune Schübe. Dabei solltest du die Lebensstilfaktoren nicht außer Acht lassen. Ausreichend Schlaf und Bewegung sind wichtige Faktoren für deine Gesundheit. Stress gilt es zu minimieren.

Auch die Blutuntersuchung zeigt gesundheitliche Folgen unserer Reise – die Quecksilberwerte sind explodiert

In Thailand haben wir regelmäßig Garnelen, Tintenfisch und Sardellen gegessen. Einige Male konnten wir nicht klären um welche Fischart es sich handelte. Uns war klar, dass wir mit einer erhöhten Quecksilberbelastung rechnen mussten. Doch auf die Ergebnisse der Blutuntersuchung waren wir nicht gefasst. Die Hg-Werte von René haben sich in nur zwei Wochen um knapp 400 Prozent erhöht.

Verlaufsdiagramm Quecksilber mit Stand Juli 2019
Verlaufsdiagramm von René Stand Juli 2019. Dargestellt ist der Verlauf der Belastung mit Quecksilber. Der hohe Wert aus 2017 ist das Ergebnis eines Eigenversuches mit handelsüblichem Fisch ohne gezielte Artenwahl. Der zweite Peak ist die Folge eines zweiwöchigen Auslandsaufenthaltes mit regelmäßigem Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten.

Das Diagramm zeigt sehr eindrucksvoll wie zwei Jahre Arbeit an der Normalisierung der Quecksilberwerte in wenigen Tagen mit Fischkonsum egalisiert wurden. So heißt es auch für René erst einmal wieder zu verzichten. Fisch kommt nicht mehr auf den Tisch und erneut stellt sich uns die Frage, ob man gerade im Autoimmunprotokoll nicht besonders vorsichtig mit dem Verzehr von Fisch sein sollte.

Bei Fernreisen mit dem Autoimmunprotokoll ist die Versorgung mit hochwertigem Eiweiß nicht immer einfach. Nach unseren persönlichen Erfahrungen würden wir eher zum Verzehr von Fleisch statt Fisch raten. Wer die Herkunft des Fleisches im Urlaub nicht klären kann und große Bedenken wegen der Art der Tierhaltung hat kann auf Reisen auch vollkommen auf Fisch und Fleisch verzichten. Für die Versorgung in der Eliminationsphase würde das allerdings ein deutliches Nährstoffdefizit bedeuten. Darum raten wir weiterhin von Fernreisen in der Eliminationsphase ab.


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