Ist ein erhöhter Fischkonsum im AIP unbedenklich?

[Werbung, da Markennennung.]

Ist ein erhöhter Fischkonsum im AIP unbedenklich?

In diesem Artikel findest du Informationen zum Thema Schwermetallbelastung von Speisefischen. Wo liegt das Problem? Was gilt es im Autoimmunprotokoll (AIP) zu beachten? Lerne aus unseren persönlichen Erfahrungen, Schlussfolgerungen und Konsequenzen. Dieser Artikel wurde mehrfach ergänzt. Die Updates findest du jeweils im chronologischen Verlauf zum Ende hin. Mit einem Klick auf die Überschriften im Inhaltsverzeichnis kannst du direkt an die gewünschte Stelle springen.

Inhalt

Ich liebe Fische!

Fische habe ich am liebsten frei schwimmend in einem gesunden Korallenriff, farbenprächtig und immer in Bewegung. Ich mag die großen Räuber genauso wie die friedlichen Schwarmfische, denn jede Art hat ihren Platz im Ökosystem.

So lieben wir Fisch am meisten. Tropische Fische am Gun Beach, Guam.
So liebe ich Fisch am meisten. Tropische Fische am Gun Beach, Guam.

Als ich vor vielen Jahren mit dem Sporttauchen begonnen habe war ich total überwältigt von dieser Welt unter Wasser. Den Reiz hat es für mich bis heute nicht verloren. Doch so gern ich Fische in ihrem natürlichen Lebensraum betrachte, so gerne esse ich sie auch.

An diesem Punkt kommen wir zum Autoimmunprotokoll (AIP). Fisch ist für viele Menschen eine attraktive Bereicherung des Speiseplans. Auch für das AIP wird Fisch sehr empfohlen.

Was macht Fisch für die menschliche Ernährung so wertvoll?

Wertvolles und leicht verdauliches Eiweiß, Jod und Omega-3-Fettsäuren – Fisch als idealer Proteinlieferant im AIP?

Fisch enthält viel hochwertiges Eiweiß. Darüber hinaus liefert er Jod, Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D. Das sind gute Gründe für einen regelmäßigen Fischkonsum.

Nationale Gremien und internationale Organisationen bis hin zur WHO empfehlen zwei Portionen Fisch wöchentlich. Eine Portion entspricht dabei einer Menge von 150 Gramm.

In Deutschland ist Fisch als Frischware, geräuchert oder in der Dose in einem breiten Angebot erhältlich. Das macht ihn für die Proteinversorgung im Autoimmunprotokoll sehr interessant. Gerade wenn man außer Haus essen muss, ist so eine Büchse Sardinen in Olivenöl eine der praktischsten Lösungen für das Proteinproblem.

Fisch ist auch preislich attraktiv für die Versorgung im AIP. Im Vergleich zum Weidefleisch dürfte Fisch im deutschsprachigen Raum noch in den meisten Fällen deutlich preiswerter sein. Das große Angebot im Handel kann den Einkauf wesentlich vereinfachen.

Ist Fisch im Autoimmunprotokoll also die optimale Eiweiß-Alternative zum Fleisch?

Leider gibt es auch beim Fisch zwei Seiten der Medaille. Schon seit langem wird die Belastung von Fisch mit Schwermetallen wie Quecksilber diskutiert. Auch Umweltgifte wie Dioxin und Chlorverbindungen wie PCB werden in hohen Dosen im Fisch nachgewiesen.

Fische nehmen Schwermetalle wie Quecksilber aus dem sie umgebenden Wasser und aus ihrer Nahrung auf. Dabei ist die Belastung im Meer deutlich höher als im Süßwasser. Das Quecksilber wird im Muskelfleisch in Form der organischen Verbindung Methylquecksilber (MeHg) eingelagert.

Bei Raubfischen potenziert sich die Schadstoffaufnahme durch den Verzehr anderer mit Quecksilber belasteter Fische. Diesen Effekt nennt man auch Bioakkumulation. Er wirkt sich umso stärker aus, je höher ein Räuber in der Nahrungskette steht und je älter er wird. So verwundert es nicht, dass Thunfisch zu den am stärksten belasteten Speisefischen zählt. Je nach Art kann er mehrere hundert Kilo Gewicht auf die Waage bringen. Die hat er sich durch den Konsum eines Vielfachen an anderen Fischen angefressen. Mit jedem weiteren Schritt in der Nahrungskette reichern sich die Schadstoffe beim nächst höheren Organismus an. Die großen Räuber der Meere sind entsprechend stark belastet.

Methylquecksilber greift das Nervensystem an

Methylquecksilber ist ganz und gar nicht harmlos. Laut der European Food Safety Authority (EFSA) wird MeHg mit einer Rate von 80 Prozent resorbiert. Im Blut bindet Methylquecksilber an die roten Blutkörperchen. Auf diesem Weg kann es sogar in die Plazenta einer Schwangeren gelangen. Dem heranreifenden Kind im Mutterleib kann in diesem Fall größte Gefahr drohen, denn MeHg greift das Nervensystem an. Säuglinge können später auch über die Muttermilch belastet werden.

Bei Erwachsenen ist ebenfalls mit Gesundheitsschäden zu rechnen, da Methylquecksilber die Blut-Hirn-Schranke überwinden und so ins Gehirn eindringen kann. Entsprechend belastete Personen zeigen neben hohen Blutwerten auch deutlich erhöhte Quecksilberanreicherungen im Haar.

Beim Thema Schwermetalle in der Nahrung kommt einer gesunden Darmflora eine wichtige Rolle zu. MeHg kann von Mikroorganismen im Darm zu zweiwertigem Quecksilber umgewandelt werden, welches nur wenig rückresorbiert wird. Im Ergebnis werden dann circa 90 % des absorbierten Methylquecksilbers beim Stuhlgang wieder ausgeschieden.

Die Halbwertszeit von MeHg im menschlichen Körper beträgt laut EFSA 70 – 80 Tage. Im Zentralnervensystem kann die Halbwertszeit jedoch mehr als 100 Tage betragen. (1) Wer also über Monate oder gar Jahre regelmäßig belasteten Fisch isst, wird das Quecksilber so schnell nicht wieder los.

Ein erhöhter Fischkonsum kann sich also auch gesundheitsgefährdend auswirken, oder doch nicht?

Fisch und Meeresfrüchte liefern auch einen guten Beitrag zur Versorgung mit Selen.

Zu der Frage, ob die Aufnahme von Fisch und Meeresfrüchten wegen einer möglichen Quecksilberbelastung nun gedrosselt oder erhöht werden sollte, schreibt Dr. Sarah Ballantyne, eine der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet des Autoimmunprotokolls, auf ihrem Blog:

„Die Antwort liegt im Selengehalt der verzehrten Meeresfrüchte.“ (2)

Alles nur eine Frage der Selenversorgung?

Selen erfüllt in unserem Körper eine Vielzahl unterschiedlichster Enzymfunktionen. Im Stoffwechsel der Schilddrüse ist beispielsweise das selenabhängige Enzym Jodthyronin-Dejodase für die Umwandlung des Schilddrüsenhormons T4 in die stoffwechselaktive Form T3 zuständig. Bei Selenmangel kann eine ansonsten gesunde Schilddrüse also nicht optimal arbeiten.

Selen wirkt auch als Antioxidans und schützt so unser Gehirn vor oxidativen Schäden.

Die Schädigung des Nervensystems durch Methylquecksilber führt Dr. Sarah Ballantyne auf die Eigenschaft des Selens zurück, mit MeHg unlösliche Verbindungen einzugehen. Damit stünde Selen nicht mehr ausreichend für seine eigentliche antioxidative Schutzwirkung zur Verfügung.

Weiterführend verweist sie darauf, dass die meisten Meeresfischarten und etwa 97 Prozent der Süßwasserarten so viel Selen enthielten, dass das Methylquecksilber bereits im Fisch an Selen gebunden sei. Somit würde vorhandenes Quecksilber gar nicht erst vom menschlichen Körper aufgenommen.

Sarah Ballantyne warnt lediglich vor dem Verzehr folgender Arten:

Pilotwal, Tarpun, Schwertfisch, Hai, Marlin, Königsmakrele und Torpedobarsch.

In ihrem Schlusswort empfiehlt Sarah Ballantyne daher 5-6 Portionen Fisch pro Woche und eine erhöhte Selenaufnahme. Auch Schwangeren rät sie zu mehr Fischmahlzeiten. (2)

Wir wollten es genau wissen und haben Bluttests gemacht. Die Ergebnisse sind beunruhigend.

Zum Thema Schwermetallbelastung von Fisch findet man viele kontroverse Informationen. Für das Autoimmunprotokoll brauchten wir aber eine fundierte Informationsbasis. Schließlich geht es uns im AIP um die Verbesserung der Gesundheit. Eine massive Schwermetallbelastung ist da sicherlich nicht dienlich. Uns blieb also nichts anderes übrig, als unser Blut zu testen und einen Eigenversuch zu wagen.

Mineralstoffprofil wenige Wochen nach Start des Autoimmunprotokoll (AIP)
Sabrinas Mineralstoffprofil 9 Wochen nach Start des Autoimmunprotokoll (AIP) mit erhöhter Fischaufnahme.

Eine Woche vor dem Start des Autoimmunprotokolls war es soweit. Am 02.03.2017 veranlasste Sabrina eine Mineralstoffanalyse im Vollblut. Dabei wurden auch der Gehalt an Selen und an Quecksilber analysiert.

Dieser Test wurde am 11.05.2017 wiederholt. In den dazwischen liegenden 9 Wochen war Sabrina bereits in der Eliminationsphase des AIPs. Dabei hat sie wöchentlich 6-7 Portionen Fisch zu sich genommen.

Die Ergebnisse zeigten eine Erhöhung der Quecksilberbelastung von 1,7 µg/l auf 5,7 µg/l. (Der Referenzbereich wird mit < 1,0 µg/l angegeben.) Das entspricht einem Anstieg von 335 Prozent in nur 9 Wochen! Nach der Theorie der Quecksilberbindung durch Selen noch im Körper des Fisches hätten sich derartige Werte nicht zeigen dürfen.

War vielleicht zu wenig Selen mit im Spiel?

Eindeutig nicht, denn auch die Selenwerte haben sich im selben Zeitraum erhöht. Das führen wir ebenfalls auf den Fischkonsum zurück. Der Anstieg von guten 109 µg/l Selen auf grenzwertige 143 µg/l konnte den massiven Quecksilberanstieg leider nicht verhindern. (Anmerkung: In 2018 wurde der Referenzbereich für Selen nach neuer Studienlage auf 90 – 230 µg/l angehoben. Die oben genannten Werte wären damit nicht mehr grenzwertig sondern optimal.)

Sabrinas Messwerte zeigen, dass selbst bei sehr guter Versorgung mit Selen die Belastung durch Quecksilber aus dem Verzehr von Fisch stark ansteigen kann. Uns hat überrascht, wie unmittelbar und massiv die Belastung ausgefallen ist.

Natürlich habe ich auch meine eigenen Quecksilberwerte überprüft. Sie zeigen leider ein ganz ähnliches Bild.

Am 05.12.2016 wurde mein Quecksilberwert mit 2,0 µg/l bestimmt. Eine Kontrolluntersuchung am 06.03.2017 bestätigte diesen Wert. Diese Werte lagen bereits 100 Prozent über dem Referenzbereich. Ich beschloss, eine Ausleitung des Quecksilbers durch die Einnahme eines Chlorella-Algen-Präparates (Achtung, nicht AIP-konform!) zu versuchen. Zu diesem Zeitpunkt lag mein Selenwert bei 120 µg/l.

Allerdings startete Sabrina simultan ihre Eliminationsphase. Da wir von Anfang an Wert darauf gelegt haben weitestgehend einheitlich zu essen, habe auch ich gleichzeitig mehr Fisch aufgenommen. Die Kontrolluntersuchung am 17.05.2017, also nach ca. 10 Wochen, ergab einen Quecksilberanstieg auf 4,4 µg/l.

Trotz Einnahme eines Algenpräparates zur Ausleitung hatten sich meine Quecksilberwerte um 220 Prozent erhöht. Mein Selenwert lagen nun bei 151 µg/l. Die Ergebnisse von Sabrinas Blutuntersuchungen ließen sich also auch bei mir nachvollziehen. Für uns bedeutete dies, wir mussten noch tiefer in die Materie eindringen, lernen und handeln. 

Zwei wichtige Erkenntnisse: Die Dosis macht das Gift und die Fischart ist entscheidend.

Unsere Literaturrecherchen (3) haben ergeben, dass es von Art zu Art sehr große Unterschiede bei der Belastung mit Quecksilber gibt. Wir hatten die falsche Wahl getroffen. Bisher gab es häufig geräucherten Fisch wie Heilbutt, Makrele und Sardellen. Allesamt leider Arten mit deutlicher Quecksilberbelastung.

Wir hatten sie gewählt, weil sie nicht mehr zubereitet werden mussten, quasi als schnelle Proteinmahlzeit. Diese Fischarten haben wir komplett aus unserer Ernährung gestrichen. Gleiches gilt für den Thun. Ganz abgesehen von der Schwermetallbelastung sind die Bestände ohnehin so stark bedroht, dass man wohl besser auf den Verzehr verzichtet.

Generell auf Fisch verzichten wollten wir aber nicht. Folglich beschränken wir uns jetzt auf die weniger belasteten Arten. Dazu gehören beispielsweise Wildlachs, Sardine und Hering.

Süßwasserfisch wie dieses Forellenfilet auf Spitzkohl enthält vergleichsweise niedrige Mengen an Schwermetallen. Für das AIP ist Forelle eine gute Wahl.

Die Veröffentlichung der österreichischen AGES (3) bietet eine sehr gute Übersicht über die Schadstoffbelastungen der verfügbaren Speisefische. Im veröffentlichten Dokument heißt es:

“Besonders niedrige Mittelwerte von 20 – 40 μg/kg (MeHg) wurden bei Alaska-Seelachs, Sprotten, Sardinen und Heringen beobachtet. In diesem Bereich lag auch der Mittelwert für Lachse…”. (3)

Wähle deine Nahrung bewußt aus, hinterfrage kritisch und nutze alle Möglichkeiten der Kontrolle.

Die Ergebnisse unserer Blutuntersuchungen haben uns noch einmal vor Augen geführt, wie groß der Einfluß von Nahrungsmitteln auf unseren Körper sein kann. Ganz ohne Präparate haben sich unsere Selenwerte in wenigen Wochen deutlich erhöht. In einem Selenmangelgebiet wie Deutschland ist das eine begrüßenswerte Entwicklung. Weniger erfreulich war dagegen der gleichzeitige und massive Anstieg beim Schwermetall Quecksilber.

Mehrfach haben wir schon Berichte von Autoimmunerkrankten gelesen, die über Monate und sogar Jahre das Autoimmunprotokoll angewandt haben. In Bezug auf die Aufnahme von Seefisch hätte das in unserem Falle bei fehlender Blutuntersuchung ganz sicher nicht zu einer Gesundheitsverbesserung geführt.

Unserer Meinung nach ist es wichtig, sich zum Autoimmunprotokoll sehr gut zu informieren. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass insbesondere Erkenntnisse aus anderen Kontinenten sich nicht immer eins zu eins auf unsere hiesigen Verhältnisse übertragen lassen. Wer die Möglichkeiten der modernen Diagnostik nutzt, kann auch sehr schnell auf unvorhergesehene Probleme reagieren. Gezielte Blutbilder haben uns bei der Beurteilung des gesundheitlichen Nutzens von Fisch im AIP sehr gute Dienste geleistet. So können wir heute bewußt eine gesunde Auswahl unsere Fischmahlzeiten treffen. Die wöchentliche Portionsmenge haben wir dennoch halbiert.

Update vom 13.09.2017: Reduktion des Quecksilbers durch konsequente Vermeidung und Einsatz von Chlorella (Achtung, nicht AIP-konform!)

Zunächst haben Sabrina und ich die Fischaufnahme konsequent auf 3 Portionen wöchentlich á 85 Gramm beschränkt. Dabei haben wir ausschließlich Sardinen in Olivenöl der Marke MINERVA genutzt, da die Büchsen frei von Bisphenol-A (BPA) sind und AIP-konformes Olivenöl enthalten. (Wir stehen in keinerlei Verbindung zum Produzenten und erhalten keinerlei Provision für die Nennung. Wir geben hier lediglich detailliert Auskunft über unsere Vorgehensweise!)

Da ich, René, nicht im AIP bin, habe ich testweise Chlorella-Algen zur Unterstützung der Quecksilberausleitung zu mir genommen. Innerhalb von 15 Wochen nahm ich insgesamt 2000 Presslinge á 500 mg Chlorella ein. Das entspricht durchschnittlich ca. 10 Gramm pro Tag, aufgeteilt in 2-3 Portionen.

Meine Quecksilber-Blutwerte haben sich während dieser Zeit von 4,4 µg/l auf 2,7 µg/l abgesenkt.

Um zu überprüfen, welchen Anteil das Algenpräparat am Abbau des Quecksilbers hatte, habe ich unmittelbar nach Erstellung des Zwischen-Blutbildes die Einnahme von Chlorella beendet.

Nach weiteren 9 Wochen ohne jegliche Präparate ergab mein Blutbild eine erneute Absenkung des Quecksilberwertes von den zuvor gemessenen 2,7 µg/l auf nunmehr 1,9 µg/l.

Damit habe ich meinen  Ausgangswert vom 06.03.2017 mit 2,0 µg/l Quecksilber erreicht. Ob Chlorella wirklich einen messbaren Beitrag dazu geleistet hat, konnte ich leider nicht eindeutig klären.

Das Mineralstoffprofil zeigt, die Quecksilberbelastung ist deutlich gesunken.
Der Quecksilberwert ist nach der Ernährungsumstellung deutlich reduziert.
Mineralstoffanalyse vom September 2017
Auch ohne die Einnahme eines Algen-Präparates ist die Quecksilberbelastung weiter deutlich gesunken.

Mein Urteil zum Einsatz von Chlorella-Algen-Präparaten zur Ausleitung von Quecksilber

Chlorella ist unbestritten ein guter Lieferant von Vitamin B12, Eisen und Jod. Darüber hinaus soll sie Schwermetalle binden. Gerade für Autoimmunerkrankte ist jedoch bei Aufnahme von Chlorella eine weitere Aktivierung des Immunsystems nicht ausgeschlossen. Robb Wolf hat hier einen Artikel zu diesem Thema veröffentlicht. Ganz sicher zählen Süßwasseralgen nicht zu unseren evolutionär begründeten Grundnahrungsmitteln. Für das Autoimmunprotokoll sind sie auch aus diesem Grund ungeeignet.

Im Eigenversuch war die generelle Wirkung von Clorella auf die Abbaurate des Quecksilbers nicht eindeutig festzustellen. Daher ist im Einzelfall abzuwägen, ob die Vorteile tatsächlich die potentiell möglichen Nachteile überwiegen. Ohne eine Autoimmunkrankheit ist der Einsatz möglicherweise unbedenklich. Da fehlt es aber noch an gesicherten empirischen Daten.

Mit einer Autoimmunerkrankung würden wir persönlich von einer Chlorella-Einnahme absehen.

So hat Sabrina ihre Quecksilber-Werte während des AIPs reduzieren können

Aufgrund der strickten Ausschlüsse während des Autoimmunprotokolls konnte Sabrina keinen Versuch der Ausleitung mit Chlorella-Algen machen. Es blieb lediglich die gezielte Auswahl unbelasteter Fischarten und die Reduktion der Gesamtaufnahme. Wir waren sehr gespannt, wohin das führen würde.

Erfreulicherweise reduzierten sich Sabrinas Quecksilberwerte auf diese Art innerhalb der ersten 8 Wochen von 5,7 µg/l auf 3,1 µg/l. In weiteren 9 Wochen viel der Wert auf nunmehr 2,2 µg/l. 

Wir atmen auf. Der Ausgangswert von 1,7 µg/l Quecksilber aus März 2017, also unmittelbar vor Beginn des Autoimmunprotokolls, liegt wieder in greifbarer Nähe. Die Ergebnisse zeigen, dass man allein mit einer gezielten Auswahl und maßvollem Fischkonsum einen großen Einfluß auf die Belastung mit Schwermetallen nehmen kann.

Update Februar 2019: Die Werte sind erheblich besser, aber noch nicht gut

Das Verlaufsdiagramm meiner Quecksilberwerte ab Dezember 2016 zeigt noch einmal in beeindruckender Weise, wie negativ sich zehn Wochen mit regelmäßigem Fischkonsum ohne gezielte Auswahl der Fischart ausgewirkt haben. Es dauerte 4 Monate, bis ich wieder Werte auf Ausgangsniveau erreicht hatte.

Mittlerweile haben sich meine Werte fast noch einmal halbiert. Sie liegen jetzt nahe dem oberen Referenzbereich für Quecksilber. Das ist eine schöne Tendenz, aber die Werte sind noch immer nicht gut. Was ist seit dem letzten Update passiert?

Verlaufsdiagramm zur Quecksilberbelastung von René. Die Ergebnisse stammen aus Vollblutanalysen. Die Spitzenbelastung im Mai 2017 ist das Ergebnis von regelmäßigem Fischkonsum ohne besondere Auswahl der Fischart und über einen Zeitraum von nur 10 Wochen. Anschließend erfolgte eine gezielte Auswahl schadstoffarmer Fischarten, in unterschiedlichen Mengen und mit gleichzeitiger unterschiedlich hoher Zufuhr von Selen in Form von Paranüssen.
Verlaufsdiagramm zur Quecksilberbelastung von René. Die Ergebnisse stammen aus Vollblutanalysen. Die Spitzenbelastung im Mai 2017 ist das Ergebnis von regelmäßigem Fischkonsum ohne besondere Auswahl der Fischart und über einen Zeitraum von nur 10 Wochen. Anschließend erfolgte eine gezielte Auswahl schadstoffarmer Fischarten, in unterschiedlichen Mengen und mit gleichzeitiger unterschiedlich hoher Zufuhr von Selen in Form von Paranüssen.

Ein Selbstversuch mit Selen

Seit meiner letzten Notiz hier in 2017 hat mich vor allem die Frage beschäftigt, ob sich meine Belastung mit Quecksilber weiter senken lässt, ohne den Fischkonsum erheblich einschränken zu müssen. Darum habe ich die Theorie der Bindung von Quecksilber durch Selen noch einmal aufgenommen.

Im ersten Schritt wollte ich herausfinden, welchen Einfluß eine Selenversorgung am oberen Ende des Referenzbereiches auf meine Belastung mit Quecksilber hat. Im zweiten Schritt bin ich der Frage nachgegangen, ob sich eine zusätzliche Portion Selen direkt zu jeder Fischmahlzeit positiv auswirken kann.

Um die Selenwerte auf natürliche Art anzuheben, bieten sich Paranüsse an. (Achtung, erst nach einer erfolgreichen Wiedereinführung, nicht in der Elimination!) Mein Ausgangswert in 2016 war zu niedrig. Deutschland ist ein Selenmangelgebiet und ich hatte mich bis dato nicht mit dem Thema beschäftigt.

Ich startete Anfang 2017 mit dem täglichen Verzehr von 3 Paranüssen, was etwa 7 g entsprach. Damit erreichte ich innerhalb von 5 Monaten gut den damals noch geltenden oberen Referenzbereich von 147 µg/l. Den enormen Anstieg der Quecksilberwerte von März bis Mai 2017 konnte das aber nicht verhindern. So stabilisierte ich meine Selenwerte auf mittlerem Niveau und dachte für einige Zeit nicht mehr über den Einfluss von Selen auf meine Schwermetallbelastung nach. Die Messwerte für Quecksilber zeigten in den folgenden Monaten erwartungsgemäß ein Plateau.

Hohe Selenwerte mindern die Quecksilberbelastung nicht

Als Anfang 2018 der obere Referenzbereich für Selen auf 230 µg/l angehoben wurde, kam ich noch einmal auf das Thema zurück. Ich erhöhte die tägliche Menge Paranuss zunächst auf 10 g. Bei gleichbleibender Fischmenge bewegten sich meine Quecksilberwerte jedoch nicht.

Im April steigerte ich auf 25 g Paranüsse täglich, reduzierte aber auch schon die Fischmenge. Meine Quecksilberwerte sanken daraufhin etwas. Die Selenwerte stiegen nachweisbar an.

Ab Juni 2018 steigerte ich auf 30 g Paranuss täglich. Zusätzlich zur Tagesdosis nahm ich nun direkt zu jeder Fischmahlzeit noch einmal 30 g zu mir. Ich wollte herausfinden, ob der Zeitpunkt der Selenzufuhr vielleicht einen Einfluß auf die Bindung von Quecksilber hat. Gleichzeitig aß ich auch wieder regelmäßiger aber ausgewählt Fisch.

Zu meiner großen Enttäuschung stieg meine Belastung mit Quecksilber daraufhin aber wieder, zu sehen am Punkt September 2018 im Verlaufsdiagramm. Meine Selenwerte waren zeitgleich schon in einen Bereich oberhalb der Referenz gelaufen.

Verlaufsdiagramm der Selenwerte von René. Die Ergebnisse stammen aus Vollblutanalysen. Nach der ersten Messung im Dezember 2016 wurde der Selenwert über den Verzehr von Paranüssen manipuliert. Beginnend mit 7 g pro Tag führte eine tägliche Zufuhr von 25-30 g Paranüssen schließlich zu Werten am oberen Rand des Referenzbereiches. Der Spitzenwert aus Januar 2019 geht auf eine unkontrollierte tägliche Zufuhr zurück.
Verlaufsdiagramm der Selenwerte von René. Die Ergebnisse stammen aus Vollblutanalysen. Nach der ersten Messung im Dezember 2016 wurde der Selenwert über den Verzehr von Paranüssen manipuliert. Beginnend mit 7 g pro Tag führte eine tägliche Zufuhr von 25-30 g Paranüssen schließlich zu Werten am oberen Rand des Referenzbereiches. Der Spitzenwert aus Januar 2019 geht auf eine unkontrollierte tägliche Zufuhr zurück.

Nur die Reduktion von Fisch scheint das Niveau an Quecksilber abzusenken

Seit dem Selenversuch ist für mich klar, dass ich den Verzehr von Fisch einschränken muss, wenn ich jemals akzeptable Quecksilberwerte erreichen möchte. Den Verdacht hegte ich schon lange.

Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit als Personal Trainer ermutige ich meine Kunden dazu, sich über Blutanalysen einen konkreten Eindruck über den Versorgungszustand ihres Körpers zu verschaffen. So bekomme ich immer wieder einen Einblick in die Körper der Menschen in meinem Umfeld. Sie atmen die gleiche Luft wie ich und haben Zugang zu den selben Nahrungsquellen. Die einzigen mir persönlich bekannten Personen mit niedrigen Quecksilberwerten essen keinen oder nur sehr selten Fisch. Das war schnell auffällig für mich.

Für einen Zeitraum von 6 Wochen habe ich mich auf genau 9 Portionen Fisch in Form von Sardinen, Lachs und Shrimps beschränkt. Das Ergebnis: Meine Quecksilberwerte waren so niedrig wie nie. Das ist im Verlaufsdiagramm im Messwert November 2018 mit 1,1 µg/l zu sehen. Im selben Zeitraum habe ich meine Selenwerte auf hohem Niveau innerhalb des Referenzbereiches stabilisiert.

Nicht zu übersehen ist, dass meine Selenwerte mit dem Jahreswechsel 2019 etwas aus dem Ruder gelaufen sind. Was ist da passiert? Ich war schlicht nachlässig. Durch tägliches Abwiegen wusste ich, dass meine Dosis Paranüsse genau 12 Stück entsprach. Also wog ich nicht mehr ab. Das war so lange ok, bis ich die Marke wechselte. Die Nüsse waren deutlich größer, ich wog aber nicht nach. Das war ein Fehler, wie sich im entgleisten Selenwert zeigt.

Ich habe diesen Wert bewußt mit in das Verlaufsdiagramm aufgenommen. So lernst du hoffentlich aus meinen Erfahrungen und machst es besser. 😉

Ergebnisse und Schlussfolgerungen

Zwei Jahre lang haben Sabrina und ich einen großen Aufwand betrieben, um einen Weg zu finden viel Fisch zu essen ohne dabei auch einer hohen Schwermetallbelastung ausgesetzt zu sein. Bis zum aktuellen Zeitpunkt habe ich allein 14 Blutuntersuchen in Auftrag gegeben.

Eine besondere Schutzwirkung von Selen gegenüber Quecksilber konnten wir im Eigenversuch leider nicht feststellen. Generell solltest du aber auf eine gute Selenversorgung achten. Der gesamte deutschsprachige Raum gilt als Selenmangelgebiet.

Zwei Schlussfolgerungen, nicht nur für das Autoimmunprotokoll, möchten wir dir auf den Weg geben.

Erstens: Wähle deine Fischart gut aus. Wenig belastete Arten sind Pollack (im Handel als Alaska-Seelachs zu finden), Sprotten, Sardinen, Heringe und Wildlachse.

Zweitens: Schränke deinen Fischkonsum auf 1-2 Portionen á 150 g pro Woche ein.

Mein besonderer Tipp: Fischöl

Fisch war für mich bisher in erster Linie als Lieferant für entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren interessant. An alternativen Proteinquellen fehlt es mir nicht. Nach den hier beschriebenen Erfahrungen mit dem Verzehr von Fisch lag es für mich nahe, nach einem Supplement für Omega-3-Fettsäuren mit nachgewiesener Freiheit von Schwermetallen zu suchen.

Ich bin kein Fan von Nahrungsergänzungsmitteln. Doch obwohl ich alles daran setze, meinen Körper durch gezielte Nahrungsmittelauswahl optimal zu versorgen, bin ich in der Vergangenheit dabei immer wieder an Grenzen gestoßen. Wo ich mit meinem aktuellen Wissen und der mir zur Verfügung stehenden Nahrung nicht weiter komme, greife ich also auf ein gut ausgesuchtes Präparat zurück.

Schon 2017 bin ich erstmals auf die Berliner Firma Norsan, damals noch unter der Firmierung San Omega, aufmerksam geworden. Auf einer Messe konnte ich deren Angebot an natürlichen Fischölen verkosten. Geschmacklich war ich sofort überzeugt. Selbst pur genossen schmeckte das Öl eher nach einer leichten Zitronennote statt nach Fisch. Im Abgang blieb ein deutlich kratziges Gefühl, ein klarer Hinweis auf die gute Qualität des verwendeten Olivenöls.

Fischöl hat mein Quecksilberproblem gelöst

Zu diesem Zeitpunkt hoffte ich noch auf eine optimale Versorgungslage über den Konsum von Fisch. Dennoch wollte ich mehr über dieses Fischöl erfahren und fragte eine Schwermetallanalyse an. Die bekam ich dann auch vollkommen unkompliziert per E-Mail und war begeistert. Das Öl war so rein, dass die meisten Schwermetallwerte sogar unter der Nachweisgrenze blieben. Ich hatte die Lösung für mein Schwermetallproblem gefunden, bevor mir das ganze Ausmaß überhaupt klar war.

Im Oktober 2018 habe ich dann den Selbstversuch gemacht. Als ganz normaler Kunde bestellte ich mir bei Norsan einige Flaschen Fischöl. Für sechs Wochen reduzierte ich meinen Fischkonsum drastisch. Statt dessen nahm ich jeden zweiten Tag einen Löffel Fischöl ein. Das Ergebnis meiner Blutprobe im November 2018 war eindeutig. Mein Quecksilberwert fiel auf 1,1 µg/l. Er war damit fast im grünen Bereich. Das war mein bisher bestes Analyse-Ergebnis innerhalb von zwei Jahren.

Sowohl die Laboranalysen der Fischöle wie auch meine eigenen Blutuntersuchungen belegen die Reinheit der Fischöle von Norsan. Meine ganze Familie ist begeistert und wir nutzen die verschiedenen angebotenen Öle mittlerweile regelmäßig. Aus diesem Grund haben wir uns in 2019 um eine Kooperation mit Norsan bemüht. Was ein Problem in unserer Community löst möchten wir gerne unterstützen und weiter verbreiten.

So konnten wir exklusiv für dich als Leser von Hashimoto & Co. einen Rabatt aushandeln. Wenn auch du die Fischöle von Norsan einmal probieren möchtest, dann verwende einfach unseren Rabattcode »Hashimoto15« und spare 15 Prozent auf deine Erstbestellung.

Update vom 25.04.2019: Meine Quecksilberwerte sind endlich wieder deutlich innerhalb des gesunden Referenzbereiches

Nach meiner Blutuntersuchung im Februar 2019 mit einem Hg-Wert von immer noch leicht erhöhten 1,1 µg/l beschloss ich, für acht Wochen ganz auf Fisch und Meeresfrüchte zu verzichten. Während dieser Zeit habe ich weiterhin dreimal wöchentlich je einen EL Fischöl zu mir genommen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mit einem Quecksilberwert von 0,6 µg/l liege ich nun endlich wieder deutlich unter dem Grenzwert von 1,0 µg/l.

Noch bin ich aber nicht soweit, dauerhaft auf Protein und gute Fettsäuren aus Fisch zu verzichten. Darum werde ich nun, ähnlich wie in der Wiedereinführungsphase im Autoimmunprotokoll, Fisch sehr kontrolliert wieder in meine Ernährung integrieren. Ziel ist es, die richtigen Produkte und Aufnahmemengen für einen gesunden Fischkonsum zu identifizieren. Was dabei herauskommt, wirst du natürlich an dieser Stelle zur gegebenen Zeit nachlesen können.

Update vom 15.06.2019: Erste erfolgreiche Wiedereinführung von Fisch ohne Anstieg der Quecksilberwerte

Über einen Testzeitraum von 6 Wochen habe ich insgesamt 8 Portionen á 63 g Fischeinwaage Sardinenfilets in Bio-Olivenöl verzehrt. Im Anschluss daran habe ich meine Quecksilberwerte erneut durch Blutuntersuchung bestimmen lassen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Auszug der Blutwerte von René am 03.06.2019: Quecksilber liegt im sehr guten Bereich.

Erfreulicher Weise ist meine Quecksilberbelastung im Testzeitraum sogar weiter gesunken. Der Wert fiel von zuvor 0,6 µg/l auf nun 0,4 µg/l. Damit bestätigt sich zunächst die These, dass sehr kleine Meeresfische wie Sardinen nur wenig Schwermetalle akkumulieren und für eine Ernährung im Autoimmunprotokoll besonders gut geeignet sind. Mittlerweile befinden sich auch die Werte von Sabrina unter dem empfohlenen Grenzwert.

Verlaufsdiagramm Quecksilber mit Stand Juni 2019
Verlaufsdiagramm von René Stand Juni 2019. Dargestellt ist der Verlauf der Belastung mit Quecksilber. Der Höchstwert ist das Ergebnis eines Eigenversuches mit handelsüblichem Fisch ohne gezielte Artenwahl.

Momentan teste ich in einem weiteren Eigenversuch die Auswirkungen eines alternativen Produktes. Diesmal handelt es sich um ganze Sardinen, nicht mehr nur um Filets. Außerdem habe ich die Verzehrmenge deutlich erhöht. Sobald es Ergebnisse dazu gibt, erfährst du dies hier in einem weiteren Update.

Sardinen sind wieder regelmäßig auf dem Teller.

Auf Anfrage nenne ich gerne das von mir getestete Produkt. Schreibe mir dazu bitte eine Nachricht über das Kontaktformular.

Literatur

(1) EFSA (European Food Safety Authority), 2012: Scientific Opinion on the risk for public health related to the presence of mercury and methylmercury in food. EFSA Panel on Contaminants in the Food Chain (CONTAM). EFSA Journal 2012;10(12):2985. 1-241.

(2) Sarah Ballantyne, 2012: The Importance of Fish in Our Diets

(3) AGES – Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH. 2016: Aufnahme von Quecksilber über Lebensmittel. AGES Wissen aktuell, Ausgabe 3, 2016.

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann hinterlasse uns bitte eine Sternebewertung oder auch gerne einen Kommentar am Ende dieser Seite. Wir freuen uns über dein Feedback!


Wie hat dir dieser Artikel gefallen?
Gesamtbewertung

17 thoughts on “Ist ein erhöhter Fischkonsum im AIP unbedenklich?”

  1. Hallo,
    ich bin beim Recherchieren über AIP auf diese Seite gekommen.

    Es hat zwar gar nichts mit dem Thema “Fisch/Quecksilber” zu tun, aber mich würde doch brennend interessieren, wie du von einem so schlechten Magnesiumwert innerhalb von ZWEI Monaten in den grünen Bereich gekommen bist – vor allem, da AIP ja nicht gerade von Magnesium strotzt.

    Ich habe einen ähnlich schlechten Magnesiumwert (beim gleichen Labor gemessen) und habe extreme Probleme damit diesen aufzufüllen. Versuche es über Fußbäder und Kapseln. Nehme ich keine Fußbäder, bin ich nach zwei Tage Hitze draußen durchs Schwitzen am Limit (Folge: Totale Schwäche mit Einlieferung in Notaufnahme.)

    Also: Wie kriege ich meine Magnesiumspeicher aufgefüllt?

    1. Liebe Melanie, ein Magnesiummangel ist weit verbreitet. Berufsbedingt habe ich als Personal Trainer einen besonders hohen Magnesiumverbrauch. Trotz unterschiedlichster Supplementierungen schwanke ich selbst auch zwischen 30 und 33 mg/L Magnesium im Vollblut.

      Meine Vorgehensweise:
      Täglich mehrere 0,75L Flaschen Mineralwasser mit einem Mg-Gehalt von 200 mg/L,
      Magnesiumoxid als Supplement zur Nachtruhe in Höhe von 400 mg/L,
      Bei starker Belastung zusätzlich Epsom-Salz-Vollbäder.

      Ich hoffe das hilft dir weiter. Auf Wunsch nenne ich dir auch gerne die von mir benutzten Marken. Bitte nutze dazu das Kontaktformular.
      Viel Erfolg und eine gute Gesundheit!
      René

  2. Vielen Dank für eure wahnsinnige Mühe für diesen tollen Artikel. Der Fischkonsum hat mir schon immer etwas Stirnrunzeln verursacht im AIP. Obwohl ich schon länger darauf achte, möglichst unbelastete Fischarten auszusuchen, werde ich wohl jetzt noch weiter reduzieren. Sehr schade, aber Quecksilber ist halt auch nicht ohne. Immerhin ist es beruhigend, dass ihr eure Werte relativ schnell senken konntet. Ich dachte immer, Quecksilber lässt sich kaum ausleiten, wenn es mal im Körper ist. LG Steffi

    1. Liebe Steffi,
      vielen Dank für dein Lob. Das Thema »Quecksilber im Fisch« wird uns alle in Zukunft sicher noch intensiver beschäftigen. Wir testen jetzt nach und nach einzelne Fischprodukte und hoffen, damit bald klare Empfehlungen für den Fischkonsum geben zu können.
      Wir wünschen dir viel Erfolg im AIP und eine gute Gesundheit.

  3. Moin, sehr interessant und umfänglicher Artikel zu einem Thema, dass mich als AIP/ Paleoanhänger auch schon seit längerem umtreibt. Vielen dank dafür! Gibt es einen konkreten Grund warum ihr die kleinen Bruder der “Sardine”, die Sardelle nicht auf eurer Liste der empfohlen Fischarten habt? Ich bin immer davon ausgegangen, dass sie auf Grund ihr geringen Größe/niedrgen Stellung in der Nahrungskette mit die geringste Belastung mit Schwermetallen aller Fischsorten hat…Grüße

    1. Lieber Jakob, vielen Dank für deinen Kommentar. Wir empfehlen Sardellen nicht, da die in Europa erhobenen Quecksilber-Mittelwerte dieser Fischart mehr als 100 Prozent über den Vergleichswerten für Sardinen liegen. Damit sind Sardellen im mittleren Belastungssegment, was wir nicht empfehlenswert finden.

      1. Vieln Dank für die schnelle Antwort nachträglich!;) Dann werde ich mal von meinen guten Sazl-Sardellen zu den klassischen Ölsardinen umschwenken!

        1. Lieber Jakob, in der Zwischenzeit konnte ich mit einem achtwöchigen Fischverzicht meine Hg-Werte deutlich in den grünen Bereich bringen. Mehr dazu im aktuelle Update.

  4. Moin Rene, danke für die umfangreichen Infos! Ich habe auf Amazon unter folgendem Link https://www.amazon.de/dp/B00EUAASHG/ref=emc_b_5_t als Alternative bio-Sardinen gefunden. Die von Euch genannten sind derzeit nicht verfügbar. Wie kann ich nun feststellen, ob in den bio-Fisch-Dosen BPA enthalten ist? Wie habt Ihr das in Eurem Fall rausgefunden? Hast Du da einen tipp für mich? Würde mich über eine kurze Info dazu sehr freuen und danke für Deine Mühe. HG, Lillie

    1. Liebe Lillie,

      wenn der Hersteller sein Produkt nicht offiziell als BPA-frei kennzeichnet, dann bleibt nur die direkte Nachfrage. Wir schreiben Hersteller regelmäßig an und erhalten in der Regel auch qualifizierte Antworten, bis hin zu offiziellen Laboranalysen. Auch in unserem Shop findest du Sardinen in BPA-freien Dosen.

      Liebe Grüße aus Berlin

  5. Interessanter Artikel.
    Ich bin neu in der Thematik AIP oder Wahls Protokoll.
    Ich möchte auch offen sagen ich lebe seit 5 Jahren vegan und habe erstens nicht vor das zu ändern und damit schon einiges bei meiner Gesundheit erreicht.
    So vielleicht kann mir jemand ganz sachlich sagen warum ihr glaubt durch solche Mengen an Fisch und Fleisch gesund zu werden.
    Ich selber möchte nun weiter gehen Richtung Pegan also PaleoVegan oder Rohkost.

    Von meinen bisherigen Informationen her legen Paleo AIPler etc Wert beim Fleisch dass es Tiere sind die natürlich essen die Kuh Gras.
    Und dann esst ihr bestimmte Organe wo sich die vom Gras aufgenommen Werte gut anreichern Innereien. ….
    Meine Frage hier… Ganz logisch wo bezieht die Kuh ihre Nahrung her? Aus Gras und deren Mikroorganismen. Ich glaub da sind wir uns einig.
    Warum presst ihr das Gras nicht direkt aus und trinkt es?
    Gibt es lt. Paleo Studien die meinen Denkansatz widerlegen?

    Bei Fisch…. Klar ist der Quecksilbervergiftet. Was essen Fische. .. Außer größer. .. Algen. Hier also genau das gleiche.
    Warum esst ihr nicht direkt Algen die man auch aus zB Deutschland geprüfte unbelastet beziehen kann?

    Und zum Seen … Paranüsse.
    Gut ich glaube Nüsse sind bei einigen von euch verboten wegen Unverträglichkeit?

    Ich meine meinen Kommentar NICHT böse! !! Und wünsche jeden wirkliche Gesundheit!

    Ich möchte das nur gerne verstehen aus eurer Sicht.
    Dazu zählen logischerweise keine ‘Argumente ‘wie Fleisch und Fisch schmeckt so gut😉

    Als Hintergrund über mich bis vor 5Jahre war ich ne verdammt große Fleischfresserin. Ich bezeichne mich ganz bewusst so. Ich rede über mich und darf das😉

    Bin gespannt.
    LG Susana

    1. Liebe Susana,

      dein Eindruck zur Fleisch- und Fischmenge täuscht. Die Paleo-Ernährung und im besonderen das AIP sind nicht zwangsläufig stark proteinlastig. Die Verteilung der Makronährstoffe bestimmt letztlich jeder individuell für sich. Wir selbst favorisieren 3/4 eines Tellers mit Gemüse, 1/4 mit einem proteinhaltigen Lebensmittel. So kommen wir auf eine Verteilung von 50% Fett, 25% KH und 25% Eiweiß. Im Übrigen ist das gar nicht so weit entfernt vom Peganismus.

      Bei dem Verzehr von Weidefleisch geht es nicht um die Aufnahme von Bestandteilen des Grases, sondern um eine artgerechte und medikamentenfreie Tierhaltung und damit um gesunde Fleischprodukte. Insbesondere geht es um ein gesundes Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren.

      Fisch liefert besonders viele Minerale und Spurenelemente sowie ein ideales Omega-Fettsäuren-Verhältnis. Algen sind für Autoimmunerkrankte darüber hinaus mit einem hohen allergenen Potential behaftet und scheiden im AIP daher aus.

      Wir hoffen dir damit etwas geholfen zu haben und wünschen dir eine gute Gesundheit!
      Sabrina & René

  6. Ich habe Zöliakie und mein Quecksilberwert liegt bei 1,88 µg/L, wobei der Referenzbereich mit <2 µg/L angegeben wird. Und das bei einem täglichen Fischkonsum von abwechselnd Lachs, Alaska-Seelachs, Kabeljau, Forelle, Scholle, Saibling usw. Wirklich sehr spannend. Das werde ich nun alle halbe Jahr mal testen lassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.