Bluttest-Röhrchen für Autoimmunprotokoll - begleitende Blutuntersuchungen

Unklare Symptome, Leaky Gut und Zonulin

 

In diesem Artikel findest du Hintergrundwissen zum Darm und den Zusammenhängen mit einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen. Du erhältst grundlegende Informationen zu Zonulin, dem Leaky Gut Syndrom und Antworten auf die Frage, wie dir ein Zonulin-Test weiterhelfen kann.

 

Magen-Darm-Beschwerden sind sehr weit verbreitet.

 

Nach Schätzungen leidet etwa jeder Vierte unter Symptomen wie Blähungen, Verstopfungen, regelmäßig auftretenden Durchfällen, wiederkehrenden Bauchschmerzen, Darmkrämpfen, Übelkeit oder Erbrechen.

Nicht selten werden diese vielfältigen Symptome von Müdigkeit, Erschöpfung und einer gesteigerten Anfälligkeit für Infekte begleitet. Manchmal treten auch Fieber und Gewichtsverlust auf.

Viele Betroffene gehen erst gar nicht zum Arzt. Von denen die es doch tun, müssen viele feststellen, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Ursachen für ihre Symptome geben kann. Ist eine organische Erkrankung nicht ohne Weiteres zu diagnostizieren, ist der Leidensweg des Patienten unter Umständen sehr lang.

Funktionelle Störungen des Darms haben ihren Ursprung oft in einer gestörten Darmflora.

 

Der Mediziner spricht bei funktioneller Störung der Darmflora auch von einer Dysbiose. Meist stecken Medikamente und ihre Nebenwirkungen, Stress,  Schadstoffe oder eine ungesunde Ernährung dahinter. Infolge einer Dysbiose kommt es zur Schädigung der Darmschleimhaut.

Es ist aber eben diese Darmschleimhaut, die eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung eines guten Gesundheitszustandes spielt. Dieser Zusammenhang ist äußerst wichtig für das Verständnis zahlreicher Beschwerden.

In erster Linie denkt man bei der Funktion des Darms natürlich an die stoffliche Aufnahme von Nährstoffen, Spurenelementen und Wasser.

Unser Darm hat aber auch eine wichtige Schutzfunktion.

 

Die Darmwand ist quasi das schützende Bollwerk in der Abwehr von schädlichen Bakterien, Pilzen, Viren und Schadstoffen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einer Barrierefunktion der Darmwand.

Um sowohl die Funktion der selektiven Aufnahme von Nährstoffen als auch die Funktion der Abwehr erfüllen zu können, steht die Darmschleimhaut im engen Kontakt mit der Darmflora und den Immunzellen des Darms.

Stoffe können auf zwei Wegen durch die Darmwand in unseren Körper gelangen. Auf der einen Seite steht der aktive Stofftransport durch die Zellen der Darmwand hindurch. Auf der anderen Seite steht der Durchtritt von Substanzen durch die Zellzwischenräume.

Damit Substanzen nicht einfach frei in das Körperinnere eindringen können, werden die Zellzwischenräume der Darmschleimhaut von Proteinen ausgekleidet.

 

Diese Proteine nennt man „Tight Junctions“. Sie stellen die Verbindung zwischen den Zellen der Darmschleimhaut her und bilden Kanäle mit kontrollierbarer Durchlässigkeit.

Zonulin ist ein weiteres Protein, dass schließlich die Öffnung der Tight Junctions verantwortet. Damit wird es zum entscheidenden Regulator für den Stofftransport durch die Zellzwischenräume der DarmschleimhautZonulin wird von der Darmschleimhaut selbst abgegeben. Erhöht sich der Zonulinspiegel, dann kommt es zu unkontrolliertem Eindringen von Fremdstoffen in den Darm. Diese Stoffe werden umgehend von den Immunzellen angegriffen. Die Folge sind Entzündungen.

 

Die typische Immunreaktion führt grob vereinfacht zunächst zur Gefäßerweiterung und zum Stillstand der Durchblutung. Die erkannten Fremdstoffe werden durch Abgabe von Proteinen und Plasma verdünnt. Dadurch entsteht die typische Schwellung einer Entzündung.

Der gleichzeitig steigende Druck auf das Gewebe reizt Nervenendigungen, die dann Schmerzen auslösen. Diesen gesamten Vorgang nennt man auch Gefäßreaktion.

In der zellulären Reaktion binden spezifische Immunzellen an die Fremdstoffe, zerstören diese und zerfallen dabei. Die Zerfallsprodukte können Fieber auslösen. Andere Immunzellen bilden Eiter oder verdauen die Zerfallsprodukte.

Ist die Darmschleimhaut durch entzündliche Prozesse geschädigt, kommt es zu zwei gegenläufigen Reaktionen im Stofftransport. Einerseits erhöht sich die Durchlässigkeit der Tight Junctions weiter. Andererseits wird gleichzeitig der Stofftransport durch die Zellen hindurch beeinträchtigt.

Ist die Durchlässigkeit des Darms erst einmal erhöht, können vermehrt unvollständig gespaltene Nahrungsmittel-Bestandteile in den Körper eindringen. Darüber hinaus finden aber auch Nahrungsmittel-Zusatzstoffe, Schwermetalle, Bakterien, Schimmelpilze und Hefen den Weg durch die Darmwand.

 

Im Falle einer gestörten Darmbarrierefunktion spricht man von einem Leaky Gut Syndrom. Die englischsprachige Bezeichnung des Leaky Gut lässt sich mit „löchriger Darm“ übersetzen. Mediziner nennen das auch eine erhöhte intestinale Permeabilität.

Bei dauerhaften Entzündungen des Darmgewebes wird auch die Funktion der Darmschleimhaut beeinträchtigt. Wichtige Enzyme wie etwa die Laktose spaltende Laktase können nun nicht mehr in ausreichender Menge produziert werden. So entstehen Symptome einer Nahrungsmittelunverträglichkeit.

Ein weiterer negativer Effekt von Entzündungen des Darmgewebes ist eine Störung in der Verdauung und Aufnahme von Nährstoffen. Auf diese Art entwickeln Betroffene Mangelerscheinungen an Mineralstoffen und Spurenelementen. Dieser Mangel wirkt sich wiederum negativ aus, da Minerale wichtige Funktionen in der Enzymaktivität ausüben. Zink interagiert sogar direkt mit den Tight Junctions. Bei Zinkmangel kommt es zu einer negativen Spiralwirkung.

Vielfach werden Beschwerden aber gar nicht mit dem Darm in Verbindung gebracht. So können beispielsweise Migräne, Depression oder chronische Müdigkeit ihre Ursache in einem Leaky Gut haben. Auch Allergien, Asthma und Autoimmunerkrankungen werden mit einer erhöhten Durchlässigkeit des Darms in Verbindung gebracht.

Wer unter wiederkehrenden unklaren Magen-Darm-Beschwerden leidet oder den Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Nährstoffmangel hat, der kann mit einem einfachen Bluttest prüfen, ob der Darm eine erhöhte Durchlässigkeit zeigt.

 

Ergibt die Bestimmung des Zonulinspiegels im Serum überhöhte Werte, dann muss man von einer gesteigerten intestinalen Permeabilität, also Leaky Gut ausgehen.In diesem Falle sollte man sich therapeutisch zunächst auf die Heilung des Darms konzentrieren.

Eine Ernährung nach dem Autoimmunprotokoll (AIP) wäre hier zielführend. Der Verlauf des Heilungsprozesses lässt sich mit weiteren Zonulinmessungen kontrollieren, bis die Normwerte erreicht sind.

Ist der Darm wieder voll funktionstüchtig, sind viele Symptome möglicherweise bereits abgeklungen. Falls nicht, lässt sich auf dieser Basis nun aber deutlich besser weiter therapieren.

Unklare Symptome, Leaky Gut und Zonulin

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3 Gedanken zu „Unklare Symptome, Leaky Gut und Zonulin

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